Arburg: Coro­na-Pro­jekt mit Fil­ter nun komplett

Arburg: Coro­na-Pro­jekt mit Fil­ter nun komplett

Der Loß­bur­ger Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler Arburg ist schon von Anfang an sehr enga­giert im Kampf gegen die Coro­na­pan­de­mie aktiv. Ein Coro­na-Pro­jekt ist bei­spiels­wei­se eine mul­ti­funk­tio­na­le Mund- und Nasen­mas­ke. Die hat­te der Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler gemein­sam mit Part­nern in gera­de ein­mal 41 Tagen zur Seri­en­rei­fe ent­wi­ckelt. Bereits im Mai konn­te der Spe­zia­list für Spritz­gieß­ma­schi­nen die Pro­duk­ti­on der Mund- und Nasen­mas­ken aus LSR (Liquid Sili­co­ne Rub­ber) und PP (Poly­pro­py­len) auf­neh­men. Im ers­ten Schritt war es eine Ver­si­on für den all­täg­li­chen Gebrauch. Damit aber sowohl den Trä­ger der Mas­ke als außer­dem auch des­sen Umfeld vor dem Virus geschützt ist, soll­te die Mas­ke einen ergän­zen­den Ein­weg­fil­ter erhal­ten, der zudem sehr ein­fach auf die Mas­ken­öff­nung auf­ge­steckt wird.

Das Corona-Projekt umfasst auch eine komplett bei Arburg konzipierte Mund- und Nasenmaske. Sie setzt sich aus der LSR-Maske, dem Halter und dem Filter zusammen. Alle Komponenten wurden auf Allroundern bei Arburg in Loßburg gespritzt. - Bild: Arburg
Das Coro­na-Pro­jekt umfasst auch eine kom­plett bei Arburg kon­zi­pier­te Mund- und Nasen­mas­ke. Sie setzt sich aus der LSR-Mas­ke, dem Hal­ter und dem Fil­ter zusam­men. Alle Kom­po­nen­ten wur­den auf All­roun­dern bei Arburg in Loß­burg gespritzt. – Bild: Arburg

Den Ver­ant­wort­li­chen für das Coro­na-Pro­jekt war wich­tig, mit der Mas­ke nicht nur ein aus­ge­reif­tes Pro­dukt für den All­tag zu ent­wi­ckeln. Mit dem zusätz­li­chen Fil­ter soll­te die Mas­ke außer­dem auch den per­sön­li­chen Schutz gewähr­leis­ten kön­nen. Ein hoher Tra­ge­kom­fort, die gute Ste­ri­li­sier­bar­keit und zudem auch eine Mehr­fach­ver­wen­dung nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der Nach­hal­tig­keit und der Res­sour­cen­scho­nung waren wei­te­re wich­ti­ge Kriterien.

Coro­na-Pro­jekt gemein­sam mit star­ken Part­nern gestemmt

Mit dem Coro­na-Pro­jekt demons­trier­te der Kunst­stoff­ver­ar­bei­tungs­spe­zia­list anschau­lich, wie man bei neu­en Pro­dukt­ideen gera­de auch im Zei­chen der beson­de­ren Umstän­de der Coro­na-Pan­de­mie die „time-to-mar­ket“ deut­lich ver­kür­zen kann. Vor­aus­set­zung ist, dass­alle Part­ner ihre Kom­pe­ten­zen, ihre Tech­no­lo­gien und außer­dem auch ihre Aus­stat­tun­gen bündeln.

Im Fokus
Part­ner­schaft­li­ches Enga­ge­ment
Mit ver­ein­ten Kräf­ten geht es leich­ter: Arburgs Part­ner im „Coro­na-Pro­jekt“ sind die Unter­neh­men Sig­ma Engi­nee­ring (LSR-Bau­teil- und Werk­zeug­si­mu­la­ti­on), Polar-Form (LSR-Werk­zeug), Fobo­ha und Wil­helm Weber (Ther­mo­plast-Werk­zeu­ge), Ewi­kon (Kalt­ka­nal), Elmet (LSR-Dosier­an­la­ge), Män­ner und Gün­ter (Heiß­ka­nal­tech­nik), Barth Mecha­nik (Grei­fer), Wacker und Borea­lis (Mate­ri­al), Karl Küf­ner (Kon­zep­ti­on Fil­ter), Herr­mann Ultra­schall (Schweiß­tech­nik) sowie Pack­mat (Ver­pa­ckungs­tech­nik).

Die Mas­ke aus dem Coro­na-Pro­jekt basiert auf einem fes­ten PP-Hal­ter mit Ösen zur Befes­ti­gung der elas­ti­schen Bän­der. Außer­dem einer wei­chen LSR-Kom­po­nen­te, die der Nut­zer über Nase und Mund stülpt. Die LSR-Kom­po­nen­te ent­stand auf einem elek­tri­schen All­roun­der 570 A mit 2000 kN Schließ­kraft. Gespritzt wur­de in einem Vier­fach-Werk­zeug, ein Mul­ti­lift-V-Robot-Sys­tem ent­nahm die Komponenten. 

Mas­ke zur Infektionsvermeidung

Den pas­sen­den PP-Hal­ter spritz­ten die Pro­jekt­be­tei­lig­ten in einem Zwei­fach-Werk­zeug auf einem elek­tri­schen All­roun­der 520 E Gol­den Electric. Die­se Maschi­ne ver­fügt über 1500 kN Schließ­kraft. Die PP-Spritz­tei­le wur­den über ein Mul­ti­lift-Select-Robot-Sys­tem ent­nom­men. Zur Infek­ti­ons­ver­mei­dung im All­tag lässt sich die Mas­ken­öff­nung zudem mit einer Abde­ckung ver­schlie­ßen. So wird zudem die Atem­luft nach unten abge­lei­tet. Um den Trä­ger und gleich­zei­tig des­sen Umfeld vor dem Coro­na-Virus zu schüt­zen, kann man einen Ein­weg­fil­ter auf die Öff­nung stecken.

Der Filter lässt sich bei dem Corona-Projekt einfach auf die Arburg-Maske aufstecken. Sie soll so den Träger und dessen Umfeld vor eine Corona-Infektion schützen. - Bild: Arburg
Der Fil­ter lässt sich bei dem Coro­na-Pro­jekt ein­fach auf die Arburg-Mas­ke auf­ste­cken. Sie soll so den Trä­ger und des­sen Umfeld vor eine Coro­na-Infek­ti­on schüt­zen. – Bild: Arburg

Den neu­en Fil­ter ent­wi­ckel­ten die Ver­ant­wort­li­chen bei Arburg im Coro­na-Pro­jekt zusam­men mit Exper­ten des Unter­neh­mens Karl Küf­ner. Die Spe­zia­lis­ten für die Her­stel­lung von Fil­tern set­zen bereits seit Jahr­zehn­ten Arburg-Maschi­nen in ihrer Spritz­gieß­fer­ti­gung ein.

Hybri­de Hoch­leis­tungs­ma­schi­ne senkt Zyklus­zeit drastisch

„Zur Pro­duk­ti­on der dünn­wan­di­gen PP-Fil­ter­ge­häu­se haben wir einen All­roun­der 470 H mit 1000 kN Schließ­kraft und Vier­fach-Werk­zeug ver­wen­det“, erläu­tert Arburgs Sales Mana­ger Manu­el Frick, der als Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher die Mund- und Nasen­mas­ke kon­zi­piert hat. „Die­se hybri­de Hoch­leis­tungs­ma­schi­ne ist extra für sol­che Anwen­dun­gen kon­zi­piert. Des­halb kön­nen wir die Tei­le jetzt in einer Zyklus­zeit von gera­de ein­mal 5,5 s her­stel­len.“ Damit kann das Coro­na-Pro­jekt sehr effi­zi­ent in der Stun­de rund 2500 Gehäu­se pro­du­zie­ren. Die wer­den dann per Ultra­schall mit einem Hoch­leis­tungs­vlies zum fer­ti­gen Fil­ter verschweißt.

Die Produktion der LSR-Maske läuft unter anderem auf einem elektrischen Allrounder 570 A. Projektverantwortlicher  Manuel Frick (links) ist stolz darauf, die Teile in einer Zykluszeit von rund 5,5 s fertigen zu können. - Bild: Arburg
Die Pro­duk­ti­on der LSR-Mas­ke läuft unter ande­rem auf einem elek­tri­schen All­roun­der 570 A. Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher Manu­el Frick (links) ist stolz dar­auf, die Tei­le in einer Zyklus­zeit von rund 5,5 s fer­ti­gen zu kön­nen. – Bild: Arburg

Mit der Pro­duk­ti­on von Mas­ken will Arburg jedoch kei­nes­wegs als Spritz­gie­ßer am Markt agie­ren. Mit dem Coro­na-Pro­jekt möch­te der Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler zudem kein Geld ver­die­nen. Das Pro­jekt­team woll­te viel­mehr bewei­sen, dass es der­ar­tig hoch­wer­ti­ge Pro­duk­te schnell ent­wi­ckeln und außer­dem auch sehr wirt­schaft­lich in Serie fer­ti­gen kann. 

Trun­key-Lösung für Inter­es­sen­ten umsetzen

Mit dem Coro­na-Pro­jekt stell­te Arburg zudem sei­ne Kom­pe­tenz im Turn­key-Sek­tor unter Beweis. Das Team konn­te außer­dem inter­es­san­te Erfah­run­gen von der Kon­zi­pie­rung der Mas­ke über die Pro­to­ty­pen­pha­se mit dem Free­for­mer bis zur Umset­zung der Seri­en­fer­ti­gung mit auto­ma­ti­sier­ten All­roun­dern sam­meln. Davon sol­len nun die Anwen­der umfas­send pro­fi­tie­ren kön­nen – es gibt bereits ers­te Anfra­gen von Inter­es­sen­ten, die exakt mit sol­chen Turn­key-Anla­gen in die Pro­duk­ti­on von Mund-Nasen­mas­ken ein­stei­gen wollen.


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