Markt­spie­gel Werk­zeug­bau: Zah­len des Monats Febru­ar 2021

Markt­spie­gel Werk­zeug­bau: Zah­len des Monats Febru­ar 2021

Die Unter­neh­men und Betriebs­tei­le aus der Schlüs­sel­bran­che Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau ste­hen vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen. Sie sol­len schließ­lich immer schnel­ler und zudem gleich­zei­tig auch immer güns­ti­ger fer­ti­gen. Und das außer­dem bit­te­schön bei einer mög­lichst noch bes­se­ren Qua­li­tät. Wenn Kun­den­an­for­de­run­gen in den Him­mel wach­sen, rich­tet sich der Blick auto­ma­tisch auf das The­ma Pro­duk­ti­vi­tät. Und da gibt es, das zeigt der Markt­spie­gel Werk­zeug­bau mit sei­nen Zah­len des Monats Febru­ar 2021, noch deut­lich Luft nach oben. So ist bei­spiels­wei­se das The­ma Per­so­nal­ein­satz ein Feld, bei dem in vie­len Unter­neh­men drin­gen­des Han­deln gebo­ten ist.

Branchenwissen für den Werkzeug-, Modell- und Formenbau: Diesmal präsentieren die Experten des Marktspiegels Werkzeugbau in den Zahlen des Monats Februar 2021 Daten aus dem Analysefeld Produktion, Organisation, Prozesse und Strategie. Dabei ergeben sich einige alarmierende Werte - etwa beim Personalaufwand. - Bild: Marktspiegel Werkzeugbau
Bran­chen­wis­sen für den Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau: Dies­mal prä­sen­tie­ren die Exper­ten des Markt­spie­gels Werk­zeug­bau in den Zah­len des Monats Febru­ar 2021 Daten aus dem Ana­ly­se­feld Pro­duk­ti­on, Orga­ni­sa­ti­on, Pro­zes­se und Stra­te­gie. Dabei erge­ben sich eini­ge alar­mie­ren­de Wer­te – etwa beim Per­so­nal­auf­wand. – Bild: Markt­spie­gel Werkzeugbau 

So haben die Daten­aus­wer­tun­gen der Mit­glieds­un­ter­neh­men aus dem Jahr 2019 einen durch­schnitt­li­che Per­so­nal­auf­wand von 1,41 h zur Gene­rie­rung einer Spin­del­stun­de erge­ben. Die Pro­duk­ti­vi­tät eines Unter­neh­mens lässt sich unter ande­rem dar­an beur­tei­len, wie viel Man­power für Bedie­nung, Pro­gram­mie­rung und Pla­nung auf­ge­wen­det wer­den muss, um eine pro­duk­ti­ve Spin­del­stun­de zu ermög­li­chen. Die­ser Wert ist laut der Zah­len des Monats Febru­ar 2021 im Bran­chen­durch­schnitt klar zu hoch. Er ist zudem ein Indi­ka­tor dafür, wie wenig stan­dar­di­siert und auto­ma­ti­siert die Pro­zess­ket­te der­zeit abläuft. Sie macht auch deut­lich, wie abhän­gig vom Bedie­ner die Maschi­nen in den Unter­neh­men pro­du­zie­ren. Für eine pro­duk­ti­ve Spin­del­stun­de soll­te nicht mehr als eine Stun­de per­so­nel­ler Auf­wand anfallen.

Zah­len des Monats Febru­ar 2021 ent­hül­len rie­si­ges Poten­zi­al bei der Maschinenauslastung

Hohe mann­lo­se Lauf­zei­ten ver­län­gern die jähr­li­che pro­duk­ti­ve Maschi­nen­lauf­zeit pro Maschi­ne enorm. Hier liegt aller­dings der Durch­schnitt der unter­such­ten Unter­neh­men laut den Zah­len des Monats Febru­ar 2021 bei gera­de ein­mal rund 2000 h. Die Spann­brei­te reicht dabei von nur 600 bis 5400 h pro Maschi­ne. Die Zah­len des Monats Febru­ar 2021 zei­gen das rie­si­ge Poten­zi­al in die­sem Bereich. Um die Pro­duk­ti­vi­tät zu erhö­hen müs­sen funk­tio­nie­ren­de Abläu­fe und Pro­zes­se sicher­stellt sein. Zudem müs­sen die Unter­neh­me teu­re Betriebs­mit­tel wie CNC-Maschi­nen so effek­tiv wie mög­lich aus­las­ten. Die Audi­to­ren bewer­ten die Ergeb­nis­se im Markt­spie­gel als „wirk­lich alar­mie­rend“. Der Wert ist Wert viel zu nied­rig – schließ­lich steht jede Fer­ti­gungs­an­la­ge jeweils 8760 h im Jahr zur Ver­fü­gung steht. Ein guter Richt­wert: Unter­neh­men soll­ten einen kon­kre­ten Umset­zungs­plan erstel­len, um ihre pro­duk­ti­ven Maschi­nen­lauf­zei­ten auf min­des­tens 3500 h pro Jahr zu steigern.

Im Fokus
Markt­spie­gel Werk­zeug­bau
Die Initia­ti­ve Markt­spie­gel Werk­zeug­bau will der Bran­che der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­er und neu auch den Spritz­guss­tei­le­fer­ti­gern mit fun­dier­tem Bran­chen­wis­sen die Mög­lich­keit eröff­nen, sys­te­ma­tisch bes­ser und wett­be­werbs­fä­hi­ger zu wer­den. Die eige­ne Unter­neh­mens­ent­wick­lung wird für die teil­neh­men­den Unter­neh­men in Indi­vi­du­al­re­ports trans­pa­rent und mess­bar. Ergeb­nis ist ein Unter­neh­mens­ver­gleich, aus dem sich für die Mit­glieds­un­ter­neh­men kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ablei­ten las­sen. Der Markt­spie­gel Werk­zeug­bau ist eine Initia­ti­ve „aus der Bran­che für die Bran­che“. Die Orga­ni­sa­ti­ons­form einer Genos­sen­schaft stellt sicher, dass sich jedes Bran­chen­mit­glied umfas­send betei­li­gen kann. Renom­mier­te Spon­so­ren aus der Bran­che und aus deren Zulie­fe­rern unter­stüt­zen zudem die Arbeit der Initiative.

Ein deut­li­cher Trend in den erfolg­rei­chen Unter­neh­men geht klar weg davon, vie­le Maschi­nen im Ein­satz zu haben. Sinn­voll ist eine höhe­re Aus­las­tung von weni­gen Maschi­nen. Damit errei­chen die Unter­neh­men eine höhe­re Pro­duk­ti­vi­tät, sind zudem effek­ti­vier und erschlie­ßen sich nied­ri­ge­re Maschinenstundensätze.

Ver­net­zungs­grad der Unter­neh­men laut Zah­len des Monats Febru­ar 2021 zu gering

Der Ver­net­zungs­grad der vor­han­den Soft­ware­sys­te­me in den Betrie­ben beein­flusst eben­falls sehr stark die stan­dar­di­sier­te und auto­ma­ti­sier­te Pro­zess­ket­te. Auch die­ser Wert fließt in die Kenn­zahl „Per­so­nal­auf­wand pro Spin­del­stun­de“ ein. Auf einer Ska­la von 0 bis 1 erreicht die Kenn­zahl für den Bran­chen­durch­schnitt der beim Markt­spie­gel Werk­zeug­bau teil­neh­men­den Unter­neh­men in den Zah­len des Monats Febru­ar 2021 den Wert 0,48. Dabei haben die bes­ten fünf Unter­neh­men hin­ge­gen einen um 67 Pro­zent höhe­ren Ver­net­zungs­grad. Dar­aus schlie­ßen die Audi­to­ren, dass erfolg­rei­che­re und pro­duk­ti­ve­re Unter­neh­men den Fokus deut­lich stär­ker auf eine umfas­sen­den Ver­net­zung ihrer Soft­ware­sys­te­me und Pro­zes­se legen.

Jens Lüdtke ist Mitglied des Vorstands in der Marktspiegel Werkzeugbau eG: Darüber ist er einer von drei Gutachtern im Team der Brancheninitiative. - Bild: Marktspieegel Werkzeugbau

Das sagt der Exper­te

„Der durch­schnitt­li­che Bedien­an­teil in den ana­ly­sier­ten Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­be­trie­ben liegt bei 75 Pro­zent. Auch das ist deut­lich zu hoch – das heißt schließ­lich, dass vie­le Betrie­be erst zu 25 Pro­zent mann­los arbei­ten. Hier lege ich jedem Unter­neh­mer ans Herz, Kon­zep­te zu ent­wi­ckeln, wie mann­lo­se Maschi­nen­stun­den gene­riert und die Maschi­nen­pro­duk­ti­vi­tät im Unter­neh­men so gestei­gert wer­den kann, dass sich der Bedien­an­teil auf maxi­mal 50 Pro­zent reduziert.“

Jens Lüd­tke ist Mit­glied des Vor­stands in der Genos­sen­schaft Markt­spie­gel Werk­zeug­bau. Dar­über hin­aus ist er einer von drei Gut­ach­tern im Team der Bran­chen­in­itia­ti­ve. – Bild: Markt­spie­gel Werkzeugbau

Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung sind all­ge­mein in der Indus­trie längst eta­bliert. Ange­sichts des­sen ist das Ergeb­nis des Bran­chen­durch­schnitts der Zah­len des Monats Febru­ar 2021 nach Mei­nung der Audi­to­ren viel zu gering. Schließ­lich ist ein hoher Ver­net­zungs­grad erst die Grund­la­ge für einen effi­zi­en­ten und teil­au­to­ma­ti­sier­ten Fer­ti­gungs­pro­zess. Des­halb raten die Audi­to­ren den Unter­neh­men hier drin­gend, kon­kret zu pla­nen, wie sie den eige­nen Ver­net­zungs­grad sinn­voll und sys­te­ma­tisch auf einen Wert von 0,75 stei­gern können.

Markt­spie­gel lie­fert kon­kre­te Ansät­ze zur Leistungsoptimierung

Mit einer Erhö­hung der Pro­duk­ti­vi­tät im Unter­neh­men ist in der Regel eine Stan­dar­di­sie­rung ver­bun­den. Mit Wis­sens­da­ten­ban­ken teil­au­to­ma­ti­siert bis auto­ma­ti­siert pro­gram­mie­ren, eine hohe Pro­zess­si­cher­heit anstre­ben, gute und nach­hal­tig trag­fä­hi­ge Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren schaf­fen und auf einen hohen Ver­net­zungs­grad der Soft­ware­lö­sun­gen ach­ten – hier bie­tet sich ein wei­tes Feld an Her­aus­for­de­run­gen für die Unter­neh­men der Bran­che. Die Ver­ant­wort­li­chen des Markt­spie­gels Werk­zeug­bau geben Unter­neh­mern der Bran­che hier­zu kon­kre­te Ansät­ze. Sie nen­nen außer­dem Stell­schrau­ben, die die Unter­neh­men effi­zi­ent zur geziel­ten und sys­te­ma­ti­schen Ver­bes­se­rung nut­zen können.


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