Markt­spie­gel Werk­zeug­bau: Zah­len des Monats April 2021

Markt­spie­gel Werk­zeug­bau: Zah­len des Monats April 2021

Die Bran­che der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­er ist ein Schlüs­sel­be­reich für den indus­tri­el­len Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land. Die Betrie­be erzie­len in ihren täg­li­chen Pro­jek­ten höchs­te Qua­li­tät und maxi­ma­le Prä­zi­si­on. Sie set­zen täg­lich hoch­tech­no­lo­gi­sches Know-how und Equip­ment ein, sind den Unter­neh­men in der Seri­en­fer­ti­gung tech­no­lo­gisch oft mei­len­weit vor­aus. Eigent­lich ist der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau eine Bran­che, die viel zu berich­ten hat. Soll­te man zumin­dest mei­nen. Aller­dings sug­ge­rie­ren die Zah­len des Monats April 2021 aus der Aus­wer­tung des Markt­spie­gel Werk­zug­bau: Fast noch bes­ser als die tech­ni­sche Inge­nieurs­kunst beherrscht die Bran­che – das Schweigen. 

Die Zahlen des Monats April 2021 der Brancheninitiative Marktspiegel Werkzeugbau zeigen klar, dass die Unternehmen viel zu wenig dafür tun, im Markt sichtbar zu sein. Das kann gerade in Zeiten eines hohen Wettbewerbs- und  Kostendrucks ein fatales Defizit sein, das die Unternehmen letztlich auch im Wettbewerb um Aufträge abhängt. - Bild: Marktspiegel Werkzeugbau
Die Zah­len des Monats April 2021 der Bran­chen­in­itia­ti­ve Markt­spie­gel Werk­zeug­bau zei­gen klar, dass die Unter­neh­men viel zu wenig dafür tun, im Markt sicht­bar zu sein. Das kann gera­de in Zei­ten eines hohen Wett­be­werbs- und Kos­ten­drucks ein fata­les Defi­zit sein, das die Unter­neh­men letzt­lich auch im Wett­be­werb um Auf­trä­ge abhängt. – Bild: Markt­spie­gel Werkzeugbau

Das heim­li­che Werk­zeug­bau­er-Mot­to ist offen­sicht­lich: Tue Gutes – und lass Dich bloß nicht dabei erwi­schen! Wie ist es sonst zu erklä­ren, dass bis heu­te ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung noch nicht ein­mal weiß, dass es die­se Bran­che über­haupt gibt? Geschwei­ge denn, was die Unter­neh­men der Bran­che tun und wel­che Unter­neh­men zu die­ser Bran­che gehö­ren. Dass das so ist, kann vor allem in Kri­sen­zei­ten pro­ble­ma­tisch wer­den. Wie sicht­bar ein Unter­neh­men tat­säch­lich am Markt ist, hängt von Mar­ke­ting-Maß­nah­men ab. Hier ist eine pro­fes­sio­nel­le und fort­lau­fen­de Pla­nung der Maß­nah­men not­wen­dig. Die Daten­aus­wer­tun­gen des Markt­spie­gel Werk­zeug­bau zeich­nen in den Zah­len des Monats April 2021 hier für die Unter­neh­men der Bran­che ein düs­te­res Bild: Mehr als 70 Pro­zent der Mit­glieds­un­ter­neh­men aus dem Abschluss­jahr 2019 haben weder eine Mar­ke­ting­stra­te­gie noch eine Mar­ke­ting­pla­nung definiert. 

Das heim­li­che Werk­zeug­bau­er-Mot­to: Tue Gutes – und lass Dich bloß nicht dabei erwischen!

Das bedeu­tet, dass ein Groß­teil der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­be­trie­be sich nicht mit Ver­mark­tung beschäf­tigt und dar­über hin­aus auch kei­ne akti­ve Markt­be­ar­bei­tung betreibt. Augen­schein­lich las­sen sich die meis­ten Unter­neh­men der Bran­che pas­siv vom lau­fen­den Pro­jekt­ge­schäft trei­ben. Die­ses Ergeb­nis ist ein Alarm­si­gnal. Schließ­lich ist Kern erfolg­rei­chen Unter­neh­mer­tums die Fähig­keit, nah am Markt zu sein. 

Im Fokus
Markt­spie­gel Werk­zeug­bau
Die Initia­ti­ve Markt­spie­gel Werk­zeug­bau will der Bran­che der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­er und neu auch den Spritz­guss­tei­le­fer­ti­gern mit fun­dier­tem Bran­chen­wis­sen die Mög­lich­keit eröff­nen, sys­te­ma­tisch bes­ser und wett­be­werbs­fä­hi­ger zu wer­den. Die eige­ne Unter­neh­mens­ent­wick­lung wird für die teil­neh­men­den Unter­neh­men in Indi­vi­du­al­re­ports trans­pa­rent und mess­bar. Ergeb­nis ist ein Unter­neh­mens­ver­gleich, aus dem sich für die Mit­glieds­un­ter­neh­men kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ablei­ten las­sen. Der Markt­spie­gel Werk­zeug­bau ist eine Initia­ti­ve „aus der Bran­che für die Bran­che“. Die Orga­ni­sa­ti­ons­form einer Genos­sen­schaft stellt sicher, dass sich jedes Bran­chen­mit­glied umfas­send betei­li­gen kann. Wenn auch Sie her­aus­fin­den möch­ten, wel­che Ansatz­punk­te es gibt, um sich nicht nur im Bereich Mar­ke­ting wett­be­werbs­fä­hi­ger zu posi­tio­nie­ren oder wie Sie im Ver­gleich zu Ihren Markt­be­glei­tern abschnei­den, dann mel­den Sie sich an für den pra­xis­ori­en­tier­ten Unternehmensvergleich.

Dabei ist die akti­ve Ver­mark­tung für die Unter­neh­men der Schlüs­sel, mit dem sie dafür sor­gen kön­nen, nicht vom Wett­be­werb abge­hängt zu wer­den. Gera­de bei Mar­ke­ting und der eige­nen Sicht­bar­keit sind Igno­ranz und Pas­si­vi­tät garan­tiert die fal­schen Rat­ge­ber. Denn ins­be­son­de­re in Zei­ten dyna­mi­scher und unsi­che­rer Markt­be­din­gun­gen signa­li­siert die­ses Ergeb­nis aus den Zah­len des Monats April 2021 eine gro­ße Gefahr für die Bran­che. Zukunfts­fä­hi­ge Unter­neh­mens­füh­rung setzt schließ­lich vor­aus, sich immer wie­der neu markt­ori­en­tiert zu positionieren. 

Zah­len des Monats April 2021 offen­ba­ren gefähr­li­ches Defi­zit beim Marketing

Das ist kein ein­ma­li­ger Vor­gang, son­dern ein lau­fen­der Pro­zess, der kon­ti­nu­ier­lich und nach­hal­tig ver­folgt wer­den muss. Und das wie­der­um ist nur mög­lich, mit einer pas­sen­den Mar­ke­ting­stra­te­gie und der dazu gehö­ren­den Mar­ke­ting­pla­nung. Mar­ke­ting, so die Gut­ach­ter des Markt­spie­gel Werk­zeug­bau, gehört auf die Bran­chen­agen­da. Eine vali­de Mar­ke­ting­stra­te­gie lei­tet sich direkt aus den Unter­neh­mens­zie­len ab: Wie viel Umsatz möch­te ich in die­sem Jahr erwirt­schaf­ten? Was sind mei­ne Ziel­märk­te? Wie gehe ich ent­spre­chend mei­ne Markt­be­ar­bei­tung an? Wenn die Stra­te­gie steht, muss der Unter­neh­mer sie auf die Mar­ke­ting­pla­nung über­tra­gen. Wich­tig beim unter­neh­me­ri­schen Han­deln ist, dass man es bewusst macht. Setzt ein Unter­neh­men aus­schließ­lich auf Bestands­kun­den­ge­schäft und ent­schei­det sich aktiv gegen Neu­kun­den­ak­qui­se, kann das eine Stra­te­gie sein. Wesent­lich ist, dass die Ent­schei­dung dafür bewusst getrof­fen wird. 

Mar­ke­ting muss in Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­un­ter­neh­men Chef­sa­che werden

Aller­dings beschleicht die Gut­ach­ter des Markt­spie­gel Werk­zeug­bau oft das Gefühl, dass sich die Unter­neh­mer schlicht zu sehr auf tra­di­tio­nel­le Erfolgs­for­meln ver­las­sen und dabei gar nicht bemer­ken, dass sie sich dabei im pro­jekt­ge­trie­be­nen All­tag vom Markt distan­zie­ren. Hier haben vie­le Unter­neh­mer nach Ein­schät­zung der Gut­ach­ter einen „Blind Spot“. Des­halb plä­diert das Gut­ach­ter­team dafür, Mar­ke­ting zur Chef­sa­che zu erklä­ren und es als fes­te und stän­dig prä­sen­te Säu­le in die Unter­neh­mens­füh­rung mit ein­zu­bin­den. Hier gilt es, neu­em Mar­ke­ting-Mut zu bewei­sen. Sich Zie­le zu set­zen, ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu defi­nie­ren, sie zu tes­ten, zu mes­sen, anzu­pas­sen und ent­spre­chend zu wiederholen.

Benedikt Ruf ist Seriengründer und Geschäftsführer der Gebrauchtmaschinen-Plattform Gindumac. Er studierte internationales Marketing mit Schwerpunkt BWL. Darüber hinaus ist er einer der initialen Ideengeber der Marktspiegel Werkzeugbau eG und engagiert sich als Gutachter für das Analysefeld Marketing und Vertrieb. - Bild: Marktspiegel Werkzeugbau

Das sagt der Exper­te

„Ich habe oft das Gefühl, dass die Unter­neh­mer sich zu sehr auf tra­di­tio­nel­le Erfolgs­for­meln ver­las­sen und gar nicht mer­ken, dass sie sich dabei im pro­jekt­ge­trie­be­nen All­tag vom Markt distan­zie­ren. Hier haben vie­le schlicht einen ‚Blind Spot‘. Erklä­ren Sie des­halb Mar­ke­ting zur Chef­sa­che und bin­den Sie es als fes­te Säu­le in die Unter­neh­mens­füh­rung mit ein! Gehen Sie mit neu­em Mar­ke­ting-Mut vor­an: Zie­le set­zen, Maß­nah­men defi­nie­ren, tes­ten, mes­sen, anpas­sen, wiederholen.“

Bene­dikt Ruf ist Mit­glied des Vor­stands in der Markt­spie­gel Werk­zeug­bau eG. Dar­über ist er einer von drei Gut­ach­tern im Team der Bran­chen­in­itia­ti­ve. – Bild: Markt­spie­gel Werkzeugbau

Gera­de in Zei­ten eines hohen Wett­be­werbs- und Preis­drucks ist es wich­tig, die eige­nen Vor­zü­ge ins rech­te Licht zu rücken und sie auch ent­spre­chend in der Öffent­lich­keit zu ver­mark­ten. Auch in die­sem Punkt ver­kün­den die Zah­len des Monats April 2021 des Markt­spie­gel Werk­zeug­bau ein erschre­cken­des Ergeb­nis. Denn die­se Zah­len zei­gen zeigt, dass gera­de ein­mal knapp ein Fünf­tel der Mit­glieds­un­ter­neh­men die eige­nen Stär­ken nach außen kom­mu­ni­ziert. Eine Mög­lich­keit, um das zu ändern, sehen die Gut­ach­ter in regel­mä­ßig ver­öf­fent­lich­ten Refe­renz­be­rich­ten und Pres­se­mit­tei­lun­gen. Sie schär­fen das Unter­neh­mens­pro­fil in der Öffent­lich­keit und schaf­fen eine höhe­re Bekanntheit.

Nach­hol­be­darf signa­li­sie­ren die Zah­len des Monats April 2021 für Social-Media-Aktivitäten

Das regel­mä­ßi­ge Ver­sen­den von Pres­se­be­rich­ten ist eine Maß­nah­me, die posi­toiv auf den Bekannt­heits­grad eines Unter­neh­mens ein­zahlt. Eine wei­te­re ist akti­ves Social-Media-Mar­ke­ting. Aller­dings zei­gen auch hier die Zah­len des Monats April ein sehr ernüch­tern­des Ergeb­nis. Lin­kedIn, Xing, Face­book, Insta­gram oder Twit­te – gera­de ein­mal knapp ein Drit­tel der unter­such­ten Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­be­trie­be nut­zen der­zeit sozia­le Medi­en als Wer­be­platt­form. Dabei ist ein Account schnell ange­legt, und mit ver­hält­nis­mä­ßig klei­nem Zeit-Invest lässt sich hier viel errei­chen. Die­se Por­ta­le sind zudem auch wich­ti­ge Kanä­le für die Posi­tio­nie­rung als Unter­neh­men und Arbeit­ge­ber. Gera­de wäh­rend der Covid-19-Pan­de­mie haben Berufs­netz­wer­ke wie Lin­kedIn oder Xing zwei wesent­li­che Vor­tei­le: Sie bie­ten einen wert­vol­len Netz­werk-Effekt, und dar­über hin­aus eröff­nen sie die Mög­lich­keit, die eige­ne Arbeit­ge­ber­mar­ke aufzuwerten.

Am Opti­mie­ren der Sicht­bar­keit bei Goog­le & Co. führt im digi­ta­len Zeit­al­ter kein Weg vorbei 

Wei­te­res Opti­mie­rungs­po­ten­zi­al offen­ba­ren die Zah­len des Monats April 2021 im Web-Auf­tritt der Unter­neh­men. Denn nur knapp 40 Pro­zent der Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­er opti­mie­ren ihre Web­sei­te für Such­ma­schi­nen. Vie­le Werkzeug‑, Modell- und For­men­bau­er, die sich über den Markt­spie­gel bench­mar­ken las­sen, set­zen zwar auf moder­ne und mobilop­ti­mier­te Web­sei­ten, inves­tie­ren aber nicht in die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Ver­schenk­tes Poten­zi­al, denn schließ­lich ist die Web­sei­te die digi­ta­le Visi­ten­kar­te eines Unter­neh­mens. Wenn die aber bei Such­an­fra­gen erst gar nicht gefun­den wird, bleibt das Unter­neh­men für den Markt unsicht­bar. Des­halb ist wenigs­tens eine Basis-Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung gera­de in der jet­zi­gen Zeit, wo alles mehr oder weni­ger aus­schließ­lich digi­tal statt­fin­den kann, ein Muss. Die jet­zi­ge Zeit ist ein Weck­ruf für die Unter­neh­mer. Sie müs­sen jetzt anfan­gen, sich den neu­en Ver­mark­tungs­an­sprü­chen zu stel­len. Denn nur, wer sich markt­ori­en­tiert wan­delt und digi­ta­les Mar­ke­ting ver­steht, wird nach Mei­nung der Gut­ach­ter beim Markt­spie­gel Werk­zeug­bau das Fort­be­stehen sei­nes Unter­neh­mens lang­fris­tig sichern können.


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