Auto­ma­ti­sie­rung bei SD Formen­tech­nik mit Zim­mer & Kreim

Auto­ma­ti­sie­rung bei SD Formen­tech­nik mit Zim­mer & Kreim

Schon lan­ge den­ken die Ver­ant­wort­li­chen bei SD Formen­tech­nik in Lüden­scheid in ver­netz­ten Pro­zess­ket­ten. Beim Sen­ke­ro­die­ren ver­las­sen sich die For­men­bau­er auf Zim­mer & Kreim: Das Cha­me­le­on und die Werk­statt­soft­ware Alpha­mo­du­li bin­den neben den Ero­dier­an­la­gen auch ein Bear­bei­tungs­zen­trum zum Elek­tro­den­frä­sen und die Mess­ma­schi­ne in die Auto­ma­ti­sie­rung ein. 

Bei SD Formen­tech­nik in Lüden­scheid ent­ste­hen hoch­wer­ti­ge Ther­mo­plast-Spritz­gieß­for­men in ers­ter Linie für die Elek­tro­in­dus­trie, aber auch für Auto­mo­ti­ve und den Bereich Ver­pa­ckun­gen. Das Unter­neh­men ist noch rela­tiv jung, es wur­de im Jahr 2003 gegrün­det.  „Vie­le For­men wer­den für Sicht­tei­le gebaut, aber auch For­men für rein tech­ni­sche Bau­tei­le “, erklärt Jens Wei­gert, Lei­tung maschi­nel­le Fer­ti­gung. „Als CAD/­CAM-Sys­tem ist bei uns Visi von Meca­dat im Ein­satz. Den ers­ten Visi-Arbeits­platz hat­ten wir schon kurz nach unse­rer Grün­dung ein­ge­rich­tet, um uns die Elek­tro­den zu zie­hen und die Fräs­pro­gram­me zu erstel­len.“ Und vor kur­zem gin­gen die For­men­bau­er zudem das The­ma Auto­ma­ti­sie­rung for­ciert an.

Das Chameleon von Zimmer & Kreim verbindet bei SD Formentechnik in einer Automatisierung zwei genius-Senkerodieranlagen unterschiedlicher Größe mit einer Röders-HSC-Fräsmaschine zur Elektrodenbearbeitung und einer Messmaschine Zeiss Vista. - Bild: Pergler Media
Das Cha­me­le­on von Zim­mer & Kreim ver­bin­det bei SD Formen­tech­nik in einer Auto­ma­ti­sie­rung zwei geni­us-Sen­ke­ro­dier­an­la­gen unter­schied­li­cher Grö­ße mit einer Röders-HSC-Fräs­ma­schi­ne zur Elek­tro­den­be­ar­bei­tung und einer Mess­ma­schi­ne Zeiss Vis­ta. – Bild: Perg­ler Media

Die For­men­bau­ex­per­ten aus Lüden­scheid haben inzwi­schen eine Men­ge an pro­fun­dem Know-how ange­sam­melt. Kun­den schät­zen es sehr, dass das Team bei SD Formen­tech­nik die Pro­jek­te von der Bera­tung beim Pro­dukt­de­sign über die Werk­zeug­kon­struk­ti­on, die Fer­ti­gung und das Abmus­tern bis in die Seri­en­fer­ti­gung beglei­ten kann. Damit die Werk­zeu­ge auch pro­duk­ti­ons­reif auf die Linie beim Kun­den kom­men, betreibt das Unter­neh­men ein Tech­ni­kum mit Tuschier­pres­se und mit eige­nen Spritz­gieß­ka­pa­zi­tä­ten, die aus­schließ­lich fürs Abmus­tern der Spritz­gieß­for­men reser­viert sind.

SD Formen­tech­nik zeigt star­kes Wachstum

Kom­ple­xe­re Tei­le, wach­sen­de Auf­trags­zah­len und ein immer stär­ke­rer Ter­min­druck befeu­er­ten das Wachs­tum des Unter­neh­mens. Noch vor sie­ben Jah­ren war man mit zwölf Mit­ar­bei­tern an den neu­en Stand­ort gezo­gen. Heu­te arbei­ten 32 Mit­ar­bei­ter für SD Formentechnik.

Der per­so­nel­le Zuwachs war das Eine. Ande­rer­seits ging es den Ver­ant­wort­li­chen im Unter­neh­men auch dar­um, vor­han­de­ne Kapa­zi­tä­ten auf den Maschi­nen mög­lichst opti­mal zu nut­zen. So gin­gen die For­men­bau­er bereits vor mehr als zehn Jah­ren dar­an, die Elek­tro­den­fer­ti­gung mit einem Hand­ling­sys­tem Cha­me­le­on wei­test­ge­hend zu automatisieren.

Mann­lo­se Zeit mit Auto­ma­ti­sie­rung sinn­voll nutzen

„Unser Haupt­an­lie­gen war damals, die mann­lo­sen Zei­ten opti­mal zu nut­zen“, erklärt Wei­gert. „Wir hat­ten zwar unse­re dama­li­ge Sen­ke­ro­dier­ma­schi­ne mit einem 16-fach-Elek­tro­den­wechs­ler aus­ge­stat­tet. Aber das reich­te nicht ein­mal, um mann­los durch die Nacht zu kom­men, geschwei­ge denn durchs Wochen­en­de. Es blieb also jede Men­ge Poten­zi­al der Maschi­ne unge­nutzt. Des­halb woll­ten wir eine Auto­ma­ti­sie­rung, die die­se Zei­ten abde­cken kann und mög­lichst auch gleich das Elek­tro­den­frä­sen und die Ero­dier­be­ar­bei­tung verbindet.“

Die Automatisierung ermöglicht ein mannloses Arbeiten rund um die Uhr, auch übers Wochenende. Im Vordergrund an der Stirnseite der Anlage ist die Messmaschine Zeiss Vista positioniert. - Bild: Pergler Media
Die Auto­ma­ti­sie­rung ermög­licht ein mann­lo­ses Arbei­ten rund um die Uhr, auch übers Wochen­en­de. Im Vor­der­grund an der Stirn­sei­te der Anla­ge ist die Mess­ma­schi­ne Zeiss Vis­ta posi­tio­niert. – Bild: Perg­ler Media

Zudem dräng­ten auch die Kun­den immer häu­fi­ger auf kür­ze­re Lie­fer­fris­ten. „Das lässt sich nur umset­zen, wenn wir selbst über opti­mier­te Pro­zess­ket­ten ver­fü­gen“, betont Wei­gert. „Und das bedeu­tet eben auch, dass wir unse­re Durch­lauf­zei­ten straf­fen und bere­chen­bar gestal­ten muss­ten. Das schließt ein, die Kapa­zi­tä­ten unse­rer Maschi­nen bes­ser zu nutzen. “ 

In der Auto­ma­ti­sie­rung eine Lösung aus einer Hand

Das Team um Wei­gert hat­te sich damals meh­re­re unter­schied­li­che Sys­te­me ange­schaut und die jewei­li­gen Vor­tei­le genau unter­sucht. Letzt­lich ent­schie­den sie sich für ein Sys­tem von Zim­mer & Kreim. „Ein wesent­li­cher Punkt war, dass wir unser Bear­bei­tungs­zen­trum, das wir damals fürs Elek­tro­den­frä­sen hat­ten, mit in die Auto­ma­ti­sie­rung ein­bin­den woll­ten“, erklärt Wei­gert. „Das Beson­de­re an Zim­mer & Kreim war, dass die Auto­ma­ti­sie­rer dort die Sys­tem­ver­ant­wor­tung für die kom­plet­te Anla­ge über­nom­men haben, also auch für die Ein­bin­dung der Fräsmaschine.“

Im Fokus
Alpha­mo­du­li
Zim­mer & Kreim hat mit der Werk­statt­soft­ware Alpha­mo­du­li aus eige­ner Ent­wick­lung ein Instru­ment geschaf­fen, das alle rele­van­ten Pro­zes­se in einem durch­gän­gi­gen Sys­tem inte­griert. Und zwar unab­hän­gig davon, um wel­chen Pro­zess es geht und wel­cher Her­stel­ler ein­zu­bin­den ist. Die modu­lar auf­ge­bau­te Soft­ware sorgt für leis­tungs­fä­hi­ge Schnitt­stel­len und ermög­licht einen durch­gän­gi­gen, siche­ren und sta­bi­len Daten­fluss in der Auto­ma­ti­sie­rungs­li­nie. Zusätz­li­che Soft­ware­mo­du­le ermög­li­chen es, dass Ser­vice­tech­ni­ker etwa des Maschi­nen­her­stel­lers auf eine siche­re Wei­se und unter Kon­trol­le des Werk­zeug­bau­un­ter­neh­mens von außen auf Maschi­nen und Anla­gen zugrei­fen kön­nen. Das kann so man­ches aktu­el­le War­tungs­pro­blem ohne Tech­nik­er­ein­satz vor Ort lösen und zudem eine vor­aus­schau­en­de War­tung (Pre­dic­ti­ve Main­ten­an­ce) deut­lich effi­zi­en­ter und an den Ist-Daten ori­en­tiert gestalten.

Ein wei­te­rer Punkt zuguns­ten von Zim­mer & Kreim war die Modu­la­ri­tät des Sys­tems, die Vor­tei­le bei einem spä­te­ren Aus­bau ver­sprach. Schließ­lich stan­den die Zei­chen auf Wachs­tum – und die ver­ant­wort­li­chen bei SD Formen­tech­nik woll­ten sich alle Optio­nen für spä­te­re Erwei­te­run­gen offen halten.

Sys­tem opti­mal konfigurieren

So lag es in der Ver­ant­wor­tung der Exper­ten aus Brens­bach, das Sys­tem ins­ge­samt opti­mal zu kon­fi­gu­rie­ren, die not­wen­di­gen Schnitt­stel­len zu schaf­fen und die Anla­ge zum Lau­fen zu brin­gen. „Es konn­te also kein Abwäl­zen der Ver­ant­wor­tung auf ande­re geben, wie man es kennt, wenn man sich selbst ans Auto­ma­ti­sie­ren macht oder wenn der Auto­ma­ti­sie­rer eben nicht die Gesamt­ver­ant­wor­tung über­nimmt“, erklärt Wei­gert einen der Vor­tei­le die­ses Vor­ge­hens. „Zim­mer & Kreim zeich­ne­te von Anfang an ver­ant­wort­lich für die gesam­te Auto­ma­ti­sie­rung. Die Exper­ten dort küm­mer­ten sich um alle Schnitt­stel­len und Anbin­dun­gen, die für unse­re Maschi­nen not­wen­dig waren.“

Einfach und sehr intuitiv zu bedienen: Die Software Alphamoduli von Zimmer & Kreim lässt sich sehr genau auf die aktuellen Bedürfnisse einer Automatisierung zuschneiden. Der Anwender profitiert vom modularen Aufbau des Systems – es lässt sich bei Veränderungen flexibel anpassen und kann mit der Anlage mitwachsen. - Bild: Pergler Media
Ein­fach und sehr intui­tiv zu bedie­nen: Die Soft­ware Alpha­mo­du­li von Zim­mer & Kreim lässt sich sehr genau auf die aktu­el­len Bedürf­nis­se einer Auto­ma­ti­sie­rung zuschnei­den. Der Anwen­der pro­fi­tiert vom modu­la­ren Auf­bau des Sys­tems – es lässt sich bei Ver­än­de­run­gen fle­xi­bel anpas­sen und kann mit der Anla­ge mit­wach­sen. – Bild: Perg­ler Media

Aller­dings: Die Auto­ma­ti­sie­rung begann kei­nes­wegs beim Cha­me­le­on. „Wir haben uns mehr als ein Jahr Zeit genom­men – nicht nur für die Eva­lu­ie­rung der ein­zel­nen Sys­te­me und Her­stel­ler. Son­dern auch dafür, unse­re Pro­zes­se vor­zu­be­rei­ten“, erläu­tert Wei­gert. „Zuerst müs­sen die Abläu­fe pas­sen. Es macht kei­nen Sinn, zu auto­ma­ti­sie­ren, solan­ge nicht alles opti­mal ist. Sonst auto­ma­ti­siert man zwangs­läu­fig alle Schwä­chen der bis­he­ri­gen Abläu­fe gleich mit. Und die Maschi­nen set­zen alle Feh­ler, die in den Pro­zes­sen ste­cken, exakt um. Es ist wich­tig, dass man sich im Vor­feld sehr ein­ge­hend mit der geplan­ten Auto­ma­ti­sie­rung aus­ein­an­der­setzt. Damit man hin­ter­her die Vor­tei­le dar­aus auch umset­zen kann.“

Umfas­sen­de Vor­be­rei­tun­gen zur Automatisierung

Hier haben die Exper­ten von Zim­mer & Kreim maß­geb­lich ihr Know-how ein­ge­bracht. Sie haben das Team bei SD Formen­tech­nik bei den Vor­be­rei­tun­gen bera­ten und beglei­tet und dar­über hin­aus mit ihrer Exper­ti­se dazu bei­getra­gen, die Pro­zes­se auto­ma­ti­sie­rungs­ge­recht zu qua­li­fi­zie­ren. Der Blick der Exper­ten von außen auf die Abläu­fe im Unter­neh­men lohnt. Er hilft zudem den Ver­ant­wort­li­chen, die Struk­tu­ren effi­zi­ent auf die Auto­ma­ti­sie­rung vorzubereiten.

Neben einer Zimmer & Kreim genius 600 ist auch eine genius 1000 „The Cube“ in die Automatisierung eingebunden. Sie lässt sich – wie die anderen Maschinen auch – bequem von Hand beladen. Das Chameleon wird davon nicht beeinträchtigt – es nutzt einen anderen Zugang zur Maschine. - Bild: Pergler Media
Neben einer Zim­mer & Kreim geni­us 600 ist auch eine geni­us 1000 „The Cube“ in die Auto­ma­ti­sie­rung ein­ge­bun­den. Sie lässt sich – wie die ande­ren Maschi­nen auch – bequem von Hand bela­den. Das Cha­me­le­on wird davon nicht beein­träch­tigt – es nutzt einen ande­ren Zugang zur Maschi­ne. – Bild: Perg­ler Media

Denn es lohnt sich, hier eini­ge Über­le­gun­gen mehr in die Pla­nung und die Vor­ar­bei­ten zu inves­tie­ren. Also kamen bei SD Formen­tech­nik alle Pro­zes­se auf den Prüf­stand und wur­den aus ganz­heit­li­cher Per­spek­ti­ve opti­miert. Und zwar noch bevor das ers­te Auto­ma­ti­sie­rungs­ele­ment in der Hal­le der For­men­bau­er ankam. Das betraf auch die Elek­tro­den­kon­struk­ti­on. So man­che Elek­tro­de wird bei­spiels­wei­se heu­te anders kon­stru­iert – durch­dacht und abge­stimmt auf die Stär­ken der Automation.

Start in die Automatisierung

Der Start in die Auto­ma­ti­sie­rung erfolg­te schließ­lich noch am alten Stand­ort mit einer bestehen­den Sen­ke­ro­dier­ma­schi­ne Zim­mer & Kreim geni­us 601, dem Hand­ling­sys­tem Cha­me­le­on, der Röders RXP600DSH, der Zeiss-Mess­ma­schi­ne und einem Regal­ele­ment. Das war für die damals aktu­el­len Bedürf­nis­se des Unter­neh­mens auch aus­rei­chend. Schon die­se Kon­fi­gu­ra­ti­on ver­län­ger­te die mann­lo­sen Lauf­zei­ten der Maschi­nen bereits beträcht­lich. Die Ein­bin­dung der Fräs­ma­schi­ne sorg­te zudem für einen deut­lich höhe­ren Grad an Auto­no­mie im System.

Komplexe Kühlkanäle konventionell fertigen – Formen mit tiefen und engen Kavitäten sind eine Spezialität von SD Formentechnik in Lüdenscheid. - Bild: Pergler Media
Kom­ple­xe Kühl­ka­nä­le kon­ven­tio­nell fer­ti­gen – For­men mit tie­fen und engen Kavi­tä­ten sind eine Spe­zia­li­tät von SD Formen­tech­nik in Lüden­scheid. – Bild: Perg­ler Media

Nach dem Umzug im Jahr 2014 mach­te die ursprüng­li­che Fräs­ma­schi­ne einem leis­tungs­fä­hi­ge­ren HSC-Bear­bei­tungs­zen­trum Röders RXP 600 DSH Platz. „Für das Mes­sen von Elek­tro­den und Werk­stü­cken kam eine Mess­ma­schi­ne Zeiss Vis­ta hin­zu“, erläu­tert Wei­gert. „Die über­nimmt inzwi­schen zu 95 Pro­zent das Vor­ein­stel­len und die exak­te Geo­me­trie­ver­mes­sung der Elek­tro­den. So kann das Sys­tem mit den aktu­el­len Ist-Daten arbeiten.“ 

Die Anla­ge bei SD Formen­tech­nik wächst mit den Ansprüchen

Mit dem Auf­trags­zu­wachs und den immer grö­ße­ren Volu­mi­na der ein­zel­nen Pro­jek­te ist die Anla­ge wei­ter gewach­sen. So erwei­tert heu­te eine zwei­te deut­lich grö­ße­re Sen­ke­ro­dier­ma­schi­ne Zim­mer & Kreim geni­us 1000 die Mög­lich­kei­ten beim Ero­die­ren in weit umfang­rei­che­re Dimensionen. 

Im Pro­fil
SD Formen­tech­nik
Qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Spritz­gieß­werk­zeu­ge haupt­säch­lich für die Elek­tro­in­dus­trie sind die Domä­ne der For­men­bau­er bei SD Formen­tech­nik in Lüden­scheid. Von Arti­kel­auf­be­rei­tung über ver­tief­te Simu­la­tio­nen bis zur pro­duk­ti­ons­fer­tig ein­ge­fah­re­nen Spritz­gieß­form reicht das Leis­tungs­spek­trum des im Jahr 2003 gegrün­de­ten Unter­neh­mens. Vor sie­ben Jah­ren zog der Betrieb mit 12 Mit­ar­bei­tern an sei­nen aktu­el­len Stand­ort, inzwi­schen beschäf­tigt das Unter­neh­men 32 Mit­ar­bei­ter. Mit einem Tech­ni­kum, das unter ande­rem eine Tuschier­pres­se sowie Spritz­gieß­ka­pa­zi­tä­ten umfasst, die aus­schließ­lich fürs Abmus­tern reser­viert sind, kön­nen die For­men­bau­er sicher­stel­len, dass ihre Spritz­gieß­werk­zeu­ge aus­ge­reift und bereit für die Seri­en­pro­duk­ti­on auf die Spritz­gieß­ma­schi­ne beim Kun­den kommen.

Erheb­lich mehr Regalplätze

Und auch die Reg­al­plät­ze wur­den erheb­lich aus­ge­wei­tet – aktu­ell fas­sen die Rega­le 190 Elek­tro­den und 11 Werk­stü­cke, die bis zu 80 kg schwer und bis 350 x 350 mm groß sein dürfen.

Auch größere Elektroden für enge und tiefe Kavitäten kommen in der Automatisierung zum Einsatz. Dank der Zimmer & Kreim-Chips werden sie sicher identifiziert und kollisionsfrei an den korrekten Plätzen abgelegt. Eine Verwechslung ist damit sicher ausgeschlossen. - Bild: Pergler Media
Auch grö­ße­re Elek­tro­den für enge und tie­fe Kavi­tä­ten kom­men in der Auto­ma­ti­sie­rung zum Ein­satz. Dank der Zim­mer & Kreim-Chips wer­den sie sicher iden­ti­fi­ziert und kol­li­si­ons­frei an den kor­rek­ten Plät­zen abge­legt. Eine Ver­wechs­lung ist damit sicher aus­ge­schlos­sen. – Bild: Perg­ler Media

Gerüs­tet wird zen­tral über die Bela­de­sta­ti­on. „Für uns ist es heu­te kein Pro­blem mehr, die Maschi­nen rund um die Uhr aus­zu­las­ten – auch am Wochen­en­de“, betont Wei­gert. „Wir arbei­ten aus­schließ­lich mit Fach­ar­bei­tern. Zwei Bedie­ner sor­gen dafür, dass das Sys­tem rund um die Uhr Arbeit hat.“ Sie betreu­en alle ihre Pro­jek­te vom Anfang durch­gän­gig bis zum fer­ti­gen Teil, legen den Pro­zess ent­spre­chend aus, kon­stru­ie­ren auch die Elek­tro­den und küm­mern sich um die Pro­gram­me zum Frä­sen und Senken.

Dank Schu­lung läuft die Auto­ma­ti­sie­rung reibungslos

„Ein gro­ßer Vor­teil ist die Soft­ware Alpha­mo­du­li, die das Sys­tem steu­ert“, betont Wei­gert. „Das Schö­ne ist: Auch hier kommt alles aus einer Hand, und die Exper­ten bei Zim­mer & Kreim ken­nen ihre Soft­ware aus dem Eff­eff. Dazu kommt, dass die Soft­ware sehr bedie­ner­freund­lich ist, gut ver­ständ­lich und intui­tiv zu erler­nen.“ So genüg­te eine ein­wö­chi­ge Tech­no­lo­gie­schu­lung vor Ort, und die Bedie­ner konn­ten, anfangs mit Unter­stüt­zung des Sup­ports von Zim­mer & Kreim, mit ihrer Arbeit beginnen.

Sehr speziell: Die Elektroden bei SD Formentechnik spiegeln die speziellen Anforderungen der Werkstücke wider. Häufig sind tiefe, schmale Kavitäten – allein auf diesem Tisch ist Graphit für jede Menge Erodierstunden bereitgestellt. - Bild: Pergler Media
Sehr spe­zi­ell: Die Elek­tro­den bei SD Formen­tech­nik spie­geln die spe­zi­el­len Anfor­de­run­gen der Werk­stü­cke wider. Häu­fig sind tie­fe, schma­le Kavi­tä­ten – allein auf die­sem Tisch ist Gra­phit für jede Men­ge Ero­dier­stun­den bereit­ge­stellt. – Bild: Perg­ler Media

Die Arbeit ist anders als vor­her – die Arbeits­gän­ge auf der Maschi­ne sind ja ent­kop­pelt von der Anwe­sen­heit der Bedie­ner. Zudem fol­gen sie jetzt einem wei­test­ge­hend stan­dar­di­sier­ten Schema. 

Arbeit wur­de deut­lich angenehmer

Ins­ge­samt, da sind sich die Bedie­ner einig, ist ihre Arbeit mit der neu­en Auto­ma­ti­sie­rungs­lö­sung aus Cha­me­le­on und Alpha­mo­du­li deut­lich ange­neh­mer geworden.

Mein Stand­punkt
Alles aus einer Hand
Natür­lich kann ein Werk­zeug­bau­er die Auto­ma­ti­sie­rung auch in Eigen­re­gie betrei­ben. Spä­tes­tens aber dann, wenn es gilt, Maschi­nen ver­schie­de­ner Her­stel­ler in die Auto­ma­ti­sie­rung ein­zu­bin­den, wird das Vor­ha­ben kom­plex – und wenn etwas nicht so läuft, wie es soll, ist es zudem für die Her­stel­ler der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten ein Leich­tes, die Ver­ant­wor­tung von sich weg­zu­schie­ben. Nicht zuletzt des­halb schät­zen die Ver­ant­wort­li­chen bei DS Formen­tech­nik de Part­ner­schaft mit Zim­mer & Kreim. Sehr wert­voll war der Blick der Auto­ma­ti­sie­rungs­ex­per­ten qua­si von außen auf die Abläu­fe im Unter­neh­men, der hilft, Pro­zes­se und Struk­tu­ren auto­ma­ti­sie­rungs­ge­recht vor­zu­be­rei­ten.  Zudem kann Zim­mer & Kreim nicht nur die Maschi­nen, das Hand­ling und die Soft­ware lie­fern, son­dern über­nimmt auch die Ver­ant­wor­tung dafür, Maschi­nen frem­der Her­stel­ler naht­los ins Sys­tem ein­zu­bin­den. Und dafür, dass nach­hal­tig alles funk­tio­niert.                                                                                   
Richard Perg­ler

Das Ein­wech­seln erfolgt bei SD Formen­tech­nik jetzt automatisch

Muss­te der Bedie­ner frü­her die Roh­lin­ge beim Frä­sen etwa von Hand ein­wech­seln, erle­digt das jetzt das Cha­me­le­on. „Es sind ins­be­son­de­re die läs­ti­gen Rou­ti­ne­tä­tig­kei­ten, die weg­fal­len“, erläu­tert Wei­gert. „Unse­re Mit­ar­bei­ter ste­hen abso­lut hin­ter dem Chameleon.

Selbst „Feuerwehraufträge“ sind für die Automatisierung kein Problem – im Gegenteil: Es ist eine Sache von ein paar Mausklicks, einen Auftrag zu unterbrechen, zwischenzeitlich etwas anderes auf der Maschine zu bearbeiten und hinterher beim ursprünglichen Auftrag ohne Qualitätsverlust an genau der Stelle weiterzuarbeiten, an der der Auftrag unterbrochen wurde. - Bild: Pergler Media
Selbst „Feu­er­wehr­auf­trä­ge“ sind für die Auto­ma­ti­sie­rung kein Pro­blem – im Gegen­teil: Es ist eine Sache von ein paar Maus­klicks, einen Auf­trag zu unter­bre­chen, zwi­schen­zeit­lich etwas ande­res auf der Maschi­ne zu bear­bei­ten und hin­ter­her beim ursprüng­li­chen Auf­trag ohne Qua­li­täts­ver­lust an genau der Stel­le wei­ter­zu­ar­bei­ten, an der der Auf­trag unter­bro­chen wur­de. – Bild: Perg­ler Media

Gera­de auch das Heben der Werk­stü­cke – bei­spiels­wei­se auf die Mess­ma­schi­ne – ver­misst nie­mand. „Schon bei Werk­stü­cken mit 30 oder 40 kg hebt man das nicht mehr allein, man braucht also noch einen Kol­le­gen“, erläu­tert Wei­gert. „Jetzt läuft das alles im Sys­tem, und das Hand­ling über­nimmt das Cha­me­le­on.“ Die Qua­li­tät der Werk­stü­cke hat beim Auto­ma­ti­sie­ren übri­gens nicht gelit­ten – eher im Gegen­teil: Die kon­ti­nu­ier­lich durch­ge­plan­ten Abläu­fe sind auf hohe Bau­teil­qua­li­tät getrimmt. Und die wird auch erreicht – qua­si automatisch.

Fle­xi­bi­li­tät ist in der Auto­ma­ti­sie­rung erhal­ten geblieben

Dabei hat die Fle­xi­bi­li­tät nicht gelit­ten – etwa bei „Feu­er­wehr­auf­trä­gen“ haben die Bedie­ner die Wahl, ob sie den neu­en Auf­trag über das Sys­tem ein­steu­ern oder manu­ell ein­grei­fen. In bei­den Fäl­len las­sen sich lau­fen­de Auf­trä­ge unter­bre­chen und die eili­gen Tei­le pro­blem­los dazwi­schen­schie­ben, bevor die unter­bro­che­nen Werk­stü­cke erneut ein­ge­wech­selt und naht­los wei­ter­be­ar­bei­tet wer­den. Prio­ri­tä­ten bei bestehen­den Auf­trä­gen las­sen sich mit ein paar Maus­klicks ändern, eben­so vor­ein­ge­stell­te Werte.

Eine weitere Domäne der Lüdenscheider sind Spritzgießformen für komplexe technische Thermoplastprodukte. Über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg können die Werkzeugbauer ihren Kunden einen umfassenden Service anbieten. - Bild: Pergler Media
Eine wei­te­re Domä­ne der Lüden­schei­der sind Spritz­gieß­for­men für kom­ple­xe tech­ni­sche Ther­mo­plast­pro­duk­te. Über den gesam­ten Pro­dukt­le­bens­zy­klus hin­weg kön­nen die Werk­zeug­bau­er ihren Kun­den einen umfas­sen­den Ser­vice anbie­ten. – Bild: Perg­ler Media

„Das Lay­out der Auto­ma­ti­on erlaubt zudem bei Bedarf ein beque­mes manu­el­les Bela­den der Maschi­ne, ohne dass es Kon­flik­te mit der Auto­ma­ti­sie­rung gibt“, erklärt Wei­gert. „Das ist etwa bei Werk­stü­cken not­wen­dig, die Maxi­mal­ge­wicht oder ‑grö­ße fürs auto­ma­ti­sche Hand­ling über­schrei­ten, etwa bei der gro­ßen Ero­dier­ma­schi­ne geni­us 1000. Wäh­rend das Cha­me­le­on bei den Maschi­nen in der Regel einen Zugang von der Sei­te nutzt, kann der Bedie­ner die Werk­stü­cke wie gewohnt von vorn beladen.“

Manu­el­le Ein­grif­fe sind die abso­lu­te Ausnahme

Wobei nach sei­ner Aus­sa­ge das „wie gewohnt“ nicht ganz zutrifft: „Sol­che manu­el­len Ein­grif­fe sind bei uns inzwi­schen die abso­lu­te Aus­nah­me und damit alles ande­re als ‚gewohnt‘“, erklärt er. „Da fehlt mitt­ler­wei­le die täg­li­che Rou­ti­ne, und die Bedie­ner müs­sen in die­sen Fäl­len beson­ders kon­zen­triert arbeiten.“

Performant und dabei doch hochpräzise geht das Bearbeitungszentrum Röders RXP 600 DSH beim Graphitfräsen zu Werke. Die Stärke von Zimmer & Kreim ist, Maschinen anderer Hersteller nahtlos in die Automatisierung einbinden zu können. Mit Alphamoduli finden „Fremdmaschinen“ problem- und nahtlos Anschluss an die automatisierten Abläufe.  - Bild: Pergler Media
Per­for­mant und dabei doch hoch­prä­zi­se geht das Bear­bei­tungs­zen­trum Röders RXP 600 DSH beim Gra­phit­frä­sen zu Wer­ke. Die Stär­ke von Zim­mer & Kreim ist, Maschi­nen ande­rer Her­stel­ler naht­los in die Auto­ma­ti­sie­rung ein­bin­den zu kön­nen. Mit Alpha­mo­du­li fin­den „Fremd­ma­schi­nen“ pro­blem- und naht­los Anschluss an die auto­ma­ti­sier­ten Abläu­fe. – Bild: Perg­ler Media

Die Durch­lauf­zei­ten haben sich deut­lich ver­kürzt. „Und unse­re Ter­min­treue hat sich mit dem Sys­tem deut­lich ver­bes­sert“, erklärt Wei­gert. „Dazu kommt, dass mit den auto­ma­ti­sier­ten Abläu­fen der Mensch als Feh­ler­quel­le aus­ge­schlos­sen wird.“ 

Auto­ma­ti­sie­rung setzt auf RFID-Chips zur Ver­fol­gung von Elek­tro­den und Werkstücken

Elek­tro­den und Werk­stü­cke ver­folgt die Alpha­mo­du­li-Soft­ware über ihre RFID-Chips. „Die haben wir über­all ange­bracht“, ergänzt der Fer­ti­gungs­lei­ter. „Es kann damit bei­spiels­wei­se eben nicht mehr vor­kom­men, dass das Sys­tem eine Elek­tro­de auf dem fal­schen Maga­zin­platz ablegt, sie ent­spre­chend falsch ein­wech­selt und das Werk­stück damit unbrauch­bar wird. Die stan­dar­di­sier­ten auto­ma­ti­schen Abläu­fe machen die Pro­zes­se also auch noch deut­lich siche­rer und stabiler.“

Automatisch wechselt das Chameleon eine Elektrode in die genius 1000 ein. Der Doppelgreifer sorgt für Effizienz – auf der anderen Seite des Greifers ist die alte Elektrode, die nach getaner Erodierarbeit zurück ins Regal gebracht wird. - Bild: Pergler Media
Auto­ma­tisch wech­selt das Cha­me­le­on eine Elek­tro­de in die geni­us 1000 ein. Der Dop­pel­grei­fer sorgt für Effi­zi­enz – auf der ande­ren Sei­te des Grei­fers ist die alte Elek­tro­de, die nach geta­ner Ero­dier­ar­beit zurück ins Regal gebracht wird. – Bild: Perg­ler Media

Die Anla­ge ist – auch jetzt, in Coro­na-Zei­ten – gut aus­ge­las­tet. „Ende 2020 hat­ten wir sogar so etwas wie einen klei­nen Boom“, erklärt Wei­gert. „Mit der Auto­ma­ti­sie­rung sind wir jetzt deut­lich fle­xi­bler, die Schwan­kun­gen im Auf­trags­ein­gang kön­nen wir bes­ser aus­glei­chen. Das hat in unse­ren Betrieb ins­ge­samt mehr Ruhe her­ein­ge­bracht. Wir sind mit der Auto­ma­ti­sie­rung für unse­re Kun­den letzt­lich schnel­ler und auch bes­ser gewor­den. Auch wenn der Zeit- und Kos­ten­druck in den kom­men­den Jah­ren wei­ter stei­gen wird – wir füh­len uns mit unse­rem Part­ner Zim­mer & Kreim für die Zukunft gut aufgestellt.“ 

Richard Perg­ler


Gefällt der Bei­trag? Bit­te teilen:

Schreiben Sie einen Kommentar