Tuschie­ren kom­ple­xer For­men bei Hof­mann mit Millutensil

Tuschie­ren kom­ple­xer For­men bei Hof­mann mit Millutensil

Für exak­tes Finish und die spä­te­re rei­bungs­lo­se Inbe­trieb­nah­me der Werk­zeu­ge auf der Spritz­gieß­ma­schi­ne zogen vor kur­zem in die neu gebau­te Mon­ta­ge­hal­le beim Werk­zeug­bau­un­ter­neh­men Sieg­fried Hof­mann GmbH in Lich­ten­fels gleich zwei Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­sen ein: Eine MIL 123 und eine MIL 263 die­nen den Werk­zeug­bau­ern als Qua­li­ty Gate. Damit kön­nen sie auch sehr kom­ple­xe Werk­zeu­ge prü­fen – Tuschie­ren auch in anspruchs­vol­ler Mehrkomponententechnik.

Tech­nisch auch mit Eigen­ent­wick­lun­gen an der Spit­ze fer­tigt die Sieg­fried Hof­mann GmbH in Lich­ten­fels, die in der Bran­che als „Hof­mann – Ihr Impuls­ge­ber“ bekannt ist, unter ande­rem ein brei­tes Spek­trum an hoch­wer­ti­gen Spritz­gieß­werk­zeu­gen für kom­ple­xe Arti­kel. Häu­fig auch in Mehr­kom­po­nen­ten­tech­nik. So breit wie die Viel­falt der Werk­zeu­ge ist auch das Spek­trum der Kun­den­bran­chen. Spritz­gieß­werk­zeu­ge von Hof­mann wer­den bei­spiels­wei­se in der Auto­mo­ti­ve-Indus­trie genau­so ein­ge­setzt wie bei Haus­halts­wa­ren, Elek­tro oder in der Medi­zin­tech­nik. Dabei kom­men auch tech­ni­sche Fines­sen wie etwa per Laser­cu­sing erstell­te kon­tur­na­he Küh­lun­gen zum Ein­satz. Immer grö­ßer wird zudem der Anteil der For­men, in der meh­re­re Kunst­stof­fe in einem Spritz­gieß­vor­gang ver­ar­bei­tet wer­den: die Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge. Und gera­de bei die­sen ist Tuschie­ren Pflicht

Der Drehtisch der Millutensil-Tuschierpresse MIL263 ermöglicht die Prüfung auch großer Drehteller-Mehrkomponentenwerkzeuge. Der Tisch dreht stufenlos, zum Tuschieren zusammenfahren lässt sich die Presse indes nur in den vorgegebenen Index-Positionen des Werkzeugs. - Bild: Hofmann
Der Dreh­tisch der Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­se MIL263 ermög­licht die Prü­fung auch gro­ßer Dreh­tel­ler-Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge. Der Tisch dreht stu­fen­los, zum Tuschie­ren zusam­men­fah­ren lässt sich die Pres­se indes nur in den vor­ge­ge­be­nen Index-Posi­tio­nen des Werk­zeugs. – Bild: Hofmann

Zwar fer­tigt Hof­mann durch­aus auch Vor­se­ri­en­werk­zeu­ge. „Der Groß­teil unse­rer For­men ent­fällt indes auf Seri­en­werk­zeu­ge“, beschreibt Chris­ti­an Bül­ling, Team­lei­ter End­mon­ta­ge bei Hof­mann, das Spek­trum. „Meist sind es Lang­läu­fer, die in ihrem Lebens­zy­klus ver­läss­lich eine gro­ße Zahl an Kunst­stoff­tei­len pro­du­zie­ren müs­sen – eines so prä­zi­se wie das nächs­te, ein Werk­zeug­le­ben lang. Und das mit einem Mini­mum an War­tungs­auf­wand. Das erfor­dert viel Know-how und auch die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten im Werkzeugbau.“

Fähig­kei­ten zum Tuschie­ren erwei­tern jun­gen Maschinenpark

Die Werk­zeu­ge wer­den bei Hof­mann in einer hohen Fer­ti­gungs­tie­fe erstellt. Alle wesent­li­chen Kom­po­nen­ten ent­ste­hen in den zwei Wer­ken am Stand­ort Lich­ten­fels. Dabei steht den Werk­zeug­bau­ern ein jun­ger und leis­tungs­fä­hi­ger Maschi­nen­park zur Ver­fü­gung. Jetzt kamen noch zwei leis­tungs­fä­hi­ge Pres­sen zum Tuschie­ren hinzu.

Im Fokus
Mil­lu­ten­sil MIL 263 Blue Line
Die Blue Line fasst Mil­lu­ten­sils High-End-Lösun­gen im Bereich hoch­prä­zi­ser Tuschier­pres­sen zusam­men. Die Blue Line umfasst die Pres­sen der BV-Serie, der MIL-Serie sowie Werk­zeug­öff­ner und Tool­mo­ver. Die Model­le der MIL-Serie, zu denen die Pres­sen MIL 123 und MIL 263 bei Hof­mann gehö­ren, decken das Tuschie­ren mitt­le­rer und gro­ßer For­men ab. MIL 263 gibt es als Boden­ver­si­on oder in einer Gru­ben­ver­si­on. Dazu kommt eine abge­speck­te Vari­an­te als MIL 262 mit 1500 kN Klemm­kraft, 450 kN maxi­ma­le Öff­nungs­kraft und mit einer maxi­ma­len Trag­kraft der obe­ren Plat­te von 18 000 kg. Bei­de Model­le las­sen sich zudem per Sie­mens-SPS über ein benut­zer­freund­li­ches Gra­phik­be­dien­feld via Touch-Panel steuern.

Der Auto­ma­ti­sie­rungs­grad der Fer­ti­gung und auch der Grad der Stan­dar­di­sie­rung bei Hof­mann ist sehr hoch. Die Fer­ti­gungs­pro­zes­se im Unter­neh­men sind mit ganz­heit­li­chem Ansatz durch­dacht und lau­fen sehr sta­bil. Qua­li­tät hat hier System.

Nur Pra­xis­tests lie­fern vali­de Ergebnisse

Auch wenn die mecha­ni­sche Fer­ti­gung bei Hof­mann die höchs­ten Stan­dards erfüllt und hoch­prä­zi­se nach den vor­ge­ge­be­nen Spe­zi­fi­ka­tio­nen gefer­tig­te Kom­po­nen­ten in die Mon­ta­ge lie­fert – wie die ein­zel­nen Tei­le dann tat­säch­lich zusam­men­ar­bei­ten und ob alles zusam­men­passt, kann letzt­lich nur die Pra­xis zeigen.

Schließ­lich spie­len neben der Prä­zi­si­on der Zer­spa­ner auch Fak­to­ren wie ther­mi­sche Ein­flüs­se und ins­be­son­de­re bei kom­ple­xe­ren Werk­zeu­gen das Zusam­men­wir­ken der ein­zel­nen Werk­stück­to­le­ran­zen eine Rol­le. Etwa, wenn sich bei meh­re­ren Eta­gen die kri­ti­schen Wer­te addie­ren und plötz­lich doch etwas nicht so „gän­gig“ ist wie gewünscht.

Spritz­gieß­ma­schi­nen sind zum Tuschie­ren ungeeignet

„Wir kön­nen fürs Abmus­tern auch Kapa­zi­tä­ten auf Spritz­gieß­ma­schi­nen der Robert Hof­mann GmbH nut­zen, die ein sehr gut aus­ge­stat­te­tes Tech­ni­kum mit leis­tungs­fä­hi­gen und aktu­el­len Spritz­gieß­ma­schi­nen hat“, erklärt Bül­ling. „Aber das Tuschie­ren auf die­sen Maschi­nen und vor allem das Umset­zen der Kor­rek­tu­ren ist vom Hand­ling her alles ande­re als opti­mal. Und außer­dem sol­len sie ja Kunst­stoff­tei­le pro­du­zie­ren – dafür sind sie schließ­lich da.“

Für höchst unterschiedliche Werkstücke fertigt Hofmann seine Spritzgießformen. Dabei reicht das Spektrum der Branchen von Automotive über Haushaltselektrik bis hin zur Medizintechnik. - Bild: Pergler Media
Für höchst unter­schied­li­che Werk­stü­cke fer­tigt Hof­mann sei­ne Spritz­gieß­for­men. Dabei reicht das Spek­trum der Bran­chen von Auto­mo­ti­ve über Haus­halts­elek­trik bis hin zur Medi­zin­tech­nik. – Bild: Perg­ler Media

Es gab zwar durch­aus Über­le­gun­gen in der Geschäfts­lei­tung bei Hof­mann, wie sinn­voll die Beschaf­fung einer Tuschier­pres­se sein kann. Zumal es eine Pres­se mit genau den Fähig­kei­ten, die die Werk­zeug­bau­er in Lich­ten­fels benö­ti­gen, gar nicht am Markt gab. 

Hohe Qua­li­täts­an­for­de­run­gen erfor­dern Tuschieren

Aller­dings war die Ent­schei­dung ange­sichts der Kom­ple­xi­tät der meis­ten For­men bei Hof­mann und zudem auch auf­grund der hohen Qua­li­täts­an­for­de­run­gen sehr schnell getroffen.

Im Fokus
Sieg­fried Hof­mann GmbH
Der im Jahr 1958 als Ein-Mann-Gara­gen­un­ter­neh­men gegrün­de­te Werk­zeug­bau­be­trieb ist heu­te ein inter­na­tio­nal täti­ges Fami­li­en­un­ter­neh­men mit mehr als 400 Mit­ar­bei­tern, zwei Wer­ken am Stand­ort Lich­ten­fels, mit Kun­den in mehr als 25 Län­dern und einer inten­si­ven For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­beit. Haupt­säch­lich ent­ste­hen bei Hof­mann Spritz­gieß­werk­zeu­ge, auch für den Mehr­kom­po­nen­ten­spritz­guss. Dabei kom­men unter ande­rem auch Tech­no­lo­gien wie Vario­therm, Color­Form, IMD-Foli­en- und Stoff­hin­ter­sprit­zen, Insert­spritz­guss oder Spritz­prä­gen zum Ein­satz. Dar­über hin­aus ist Hof­mann unter ande­rem auch ein Spe­zia­list für Par­ti­kel­schaum­ver­ar­bei­tung mit eige­ner Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gie („Bead.Machine“). Als Kom­plett­lö­sungs­an­bie­ter hat Hof­mann auch einen eige­nen Maschi­nen­bau, etwa, um Seri­en­an­la­gen oder Mon­ta­ge­li­ni­en zu rea­li­sie­ren, und umfas­sen­de Kom­pe­tenz in der Auto­ma­ti­sie­rung indus­tri­el­ler Anlagen.

„Vor dem Gang auf die Spritz­gieß­ma­schi­ne kön­nen wir nur auf einer ent­spre­chend aus­ge­stat­te­ten Tuschier­pres­se zuver­läs­sig fest­stel­len, ob die Form­tren­nun­gen in Ord­nung sind, ob die Schie­ber funk­tio­nie­ren und ob auch bei meh­re­ren Trenn­e­be­nen die sich sum­mie­ren­den Tole­ran­zen pas­sen“, beschreibt Bül­ling die Anfor­de­run­gen. „Natür­lich kön­nen wir heu­te inzwi­schen auch vie­les simu­lie­ren. Aber der Abgleich in der Rea­li­tät ist mehr denn je wichtig.“

Werk­zeu­ge sol­len meh­re­re Mio. Zyklen funktionieren

Denn die Werk­zeu­ge sol­len ja im Ide­al­fall meh­re­re Mil­lio­nen Schuss über­ste­hen. „Dazu kommt, dass die wenigs­ten Werk­zeu­ge bei Tem­pe­ra­tu­ren um die 20 °C lau­fen“, berich­tet der Mon­ta­ge­l­ei­ter. „Bei Tem­pe­ra­tu­ren auf der Spritz­gieß­ma­schi­ne typi­scher­wei­se zwi­schen 60 und 80 °C müs­sen die Kom­po­nen­ten eben auch per­fekt zusam­men­spie­len. Nur so kann der Spritz­gie­ßer mit unse­rer Form nach­hal­tig qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Tei­le fer­ti­gen. Und da ist für uns das Tuschie­ren auf einer Pres­se unerlässlich.“

In Sekundenschnelle fährt die Millutensil MIL 362 die beiden Formhälften zusammen. Automatisierte Zyklen und ausgefeilte Funktionen schaffen beim Tuschieren ein hohes Maß an Effizienz bei absoluter Sicherheit für Mitarbeiter und Werkstück.
In Sekun­den­schnel­le fährt die Mil­lu­ten­sil MIL 362 die bei­den Form­hälf­ten zusam­men. Auto­ma­ti­sier­te Zyklen und aus­ge­feil­te Funk­tio­nen schaf­fen beim Tuschie­ren ein hohes Maß an Effi­zi­enz bei abso­lu­ter Sicher­heit für Mit­ar­bei­ter und Werk­stück. – Bild: Perg­ler Media

Die Werk­zeug­viel­falt bei Hof­mann spannt das Spek­trum für die For­men im Bereich zwi­schen 100 kg und 30 t auf. Dar­un­ter sehr kom­ple­xe Mehr­ka­vi­tä­ten­werk­zeu­ge und immer mehr auch Mehr­kom­po­nen­ten­for­men. Spe­zi­ell die Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge zu tuschie­ren wur­de zur Her­aus­for­de­rung. „Denn eine Pres­se, mit der wir unser Wer­ke­zugspek­trum abde­cken konn­ten, gab es nicht am Markt.“

Hohe Anfor­de­run­gen ans Tuschieren

Schließ­lich muss eine Tuschier­pres­se für Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge etwa in Dreh­tel­ler­tech­nik mehr kön­nen als nur ein simp­les Auf-Zu. So müs­sen sich die Mehr­kom­po­nen­ten­for­men auf der Pres­se auch bequem und prä­zi­se in allen Kom­bi­na­tio­nen tes­ten las­sen – wie sie eben auch bei der Pro­duk­ti­on auf der Spritz­gieß­ma­schi­ne auftreten.

Die beiden Millutensil-Tuschierpressen in der neuen Montagehalle bei Hofmann – links die kleinere MIL123, rechts die MIL263 – verkörpern die neue Generation der Qualitätssicherung im Tuschieren bei dem Top-Formenbauer in Lichtenfels. - Bild: Pergler
Die bei­den Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­sen in der neu­en Mon­ta­ge­hal­le bei Hof­mann – links die klei­ne­re MIL123, rechts die MIL263 – ver­kör­pern die neue Genera­ti­on der Qua­li­täts­si­che­rung im Tuschie­ren bei dem Top-For­men­bau­er in Lich­ten­fels. – Bild: Pergler

Das bedeu­tet, dass bei einem Dreh­tel­ler­werk­zeug auch die Dre­hung der Form­hälf­te auf der Pres­se mög­lich sein muss. Und zwar sehr prä­zi­se in allen Index­po­si­tio­nen, die für das Sprit­zen der unter­schied­li­chen Werk­stoff­kom­po­nen­ten in der Form not­wen­dig sind.

Dreh­tel­ler und Tuschieren

Die Werk­zeug­bau­er aus Lich­ten­fels sahen sich die am Markt vor­han­de­nen Lösun­gen sehr genau an. Genau das, was sie such­ten, fan­den sie aller­dings trotz sorg­fäl­ti­ger Recher­che nicht. Spe­zi­ell der Dreh­tel­ler war für Werk­zeu­ge in der gefor­der­ten Dimen­si­on so bis­her auf kei­ner Tuschier­pres­se zu finden.

Da der Untertisch komplett aus der Presse herausfährt, lässt sich die Millutensil MIL 263 bequem und sicher zum Tuschieren per Kran beladen. Das geschieht in Minutenschnelle. Ein Mitarbeiter reicht für diese Aufgabe. - Bild: Pergler Media
Da der Unter­tisch kom­plett aus der Pres­se her­aus­fährt, lässt sich die Mil­lu­ten­sil MIL 263 bequem und sicher zum Tuschie­ren per Kran bela­den. Das geschieht in Minu­ten­schnel­le. Ein Mit­ar­bei­ter reicht für die­se Auf­ga­be. – Bild: Perg­ler Media

 Die bes­te Ent­spre­chung fan­den die Lich­ten­fel­ser in Model­len der Serie MIL aus der „Blue Line“-Reihe bei Mil­lu­ten­sil. „Aber die waren für klei­ne­re Werk­zeu­ge gebaut – für unse­re Grö­ßen gab es das so nicht“, erin­nert sich Bül­ling. „Zumin­dest konn­ten wir uns aber dort das Prin­zip schon ein­mal in der Rea­li­tät anschau­en. Und das, was uns die Ita­lie­ner zeig­ten, gefiel uns sehr gut.“

Part­ner­schaft­li­ches Miteinander

Zudem stie­ßen die For­men­bau­er bei den ita­lie­ni­schen Pres­sen­her­stel­ler mit ihren Wün­schen auf offe­ne Ohren, und eini­ge Gesprä­che spä­ter war man sich einig, dass sich eine Tuschier­pres­se nach den Wün­schen der Lich­ten­fel­ser tech­nisch und auch im wirt­schaft­li­chen Rah­men rea­li­sie­ren lässt. „Für uns ist wich­tig, dass nicht nur unse­re tech­ni­schen Ansprü­che umge­setzt wer­den“, betont Bül­ling. „Auch das Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis ist für uns ein wesent­li­cher Fak­tor. Und das stimmt bei Millutensil.“

Das Werkzeug wird auf dem Untertisch fixiert und in die Presse hineingefahren. Der Obertisch fährt auf das Werkzeug herunter, das dann bequem auch dort fixiert werden kann. So lässt sich das Werkzeug schnell, sicher, bequem und ohne großen Kraftaufwand zum Tuschieren rüsten. - Bild: Pergler Media
Das Werk­zeug wird auf dem Unter­tisch fixiert und in die Pres­se hin­ein­ge­fah­ren. Der Ober­tisch fährt auf das Werk­zeug her­un­ter, das dann bequem auch dort fixiert wer­den kann. So lässt sich das Werk­zeug schnell, sicher, bequem und ohne gro­ßen Kraft­auf­wand zum Tuschie­ren rüs­ten. – Bild: Perg­ler Media

So kam es, dass in die neue Mon­ta­ge­hal­le Ende ver­gan­ge­nen Jah­res neben einer klei­ne­ren Mil­lu­ten­sil MIL 123 auch eine neu kon­zi­pier­te Mil­lu­ten­sil MIL 263 ein­zog. Bei­de zudem in den Hof­mann-Haus­far­ben Hell­grün und Grau. „Die Lie­fe­rung der Pres­sen war für die Ita­lie­ner eine der leich­tes­ten Übun­gen“, erin­nert sich Bül­ling. „Man sieht gleich, wo man ist.“ Die Mil­lu­ten­sil MIL 263 im neu­en Werk der Sieg­fried Hof­mann GmbH hebt sich aber nicht nur mit ihrer Farb­ge­bung ab. Sie hat in ihren Tisch inte­griert einen spe­zi­ell für 2K- und 3K-Werk­zeu­ge aus­ge­leg­ten Dreh­tel­ler. Der lässt sich bei­spiels­wei­se für opti­ma­les Bear­bei­ten stu­fen­los frei drehen.

Tuschier­pres­se wird zum Quality-Gate

„Wir wol­len bei Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­gen die Pas­sung in allen Sta­tio­nen über­prü­fen“, erklärt Bül­ling. „Frü­her ging das, wenn über­haupt, nur mit gro­ßem manu­el­lem Auf­wand. Mit einem Dreh­tel­ler ist es nun mög­lich, auf der Pres­se die jewei­li­gen Posi­tio­nen exakt anzu­fah­ren. Damit kön­nen wir auch kom­ple­xe For­men kom­plett tuschieren.“

Mit unübersehbaren Lichtsignalen an den Säulen – hier grün – zeigt die Tuschierpresse ihren Zustand an. Alles ist auf Sicherheit, Effizienz und Qualität getrimmt. Blick durch die Presse in die neue Montagehalle bei Hofmann. - Bild: Pergler Media
Mit unüber­seh­ba­ren Licht­si­gna­len an den Säu­len – hier grün – zeigt die Tuschier­pres­se ihren Zustand an. Alles ist auf Sicher­heit, Effi­zi­enz und Qua­li­tät getrimmt. Blick durch die Pres­se in die neue Mon­ta­ge­hal­le bei Hof­mann. – Bild: Perg­ler Media

Die Intel­li­genz der Pres­sen­steue­rung erkennt anhand des ein­ge­ge­be­nen Werk­zeugs, in wel­chen Schrit­ten es inde­xiert, und ver­rie­gelt ent­spre­chend. So ist das Zusam­men­fah­ren der Werk­zeug­hälf­ten aus­schließ­lich bei den fest­ge­leg­ten Posi­tio­nen mög­lich, also indi­vi­du­ell je nach Form etwa bei 0°, 120°, und 240° oder bei 0° und 180°.

Auch Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge schnell und pro­blem­los tuschieren

Damit sind Kol­li­sio­nen, wie sie auf­grund fal­scher Index­po­si­tio­nen, ent­ste­hen kön­nen, schon von der Pres­se her aus­ge­schlos­sen. So kön­nen die Werk­zeug­bau­er in Lich­ten­fels auch sehr kom­ple­xe Mehr­kom­po­nen­ten­werk­zeu­ge schnell, sicher und pro­blem­los tuschie­ren. Die vier Säu­len der Pres­se und ent­spre­chen­de Funk­tio­nen der Steue­rung sor­gen für sehr fein­füh­li­ges und prä­zi­ses Tuschie­ren und für hohe Sicherheit.

Einfach und intuitiv ist die Steuerung der Millutensil-Tuschierpressen per Touch-Screen. Zahlreiche Sicherheitsfeatures sorgen dafür, dass das Tuschieren schnell, effizient und ohne Gefahr für Werkzeug und Mitarbeiter ablaufen kann. - Bild: Pergler Media
Ein­fach und intui­tiv ist die Steue­rung der Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­sen per Touch-Screen. Zahl­rei­che Sicher­heits­fea­tures sor­gen dafür, dass das Tuschie­ren schnell, effi­zi­ent und ohne Gefahr für Werk­zeug und Mit­ar­bei­ter ablau­fen kann. – Bild: Perg­ler Media

Die neue Tuschier­pres­se MIL 263 bei der Sieg­fried Hof­mann GmbH ver­fügt über eine Klemm­kraft bis 2000 kN und eine maxi­ma­le Öff­nungs­kraft von 550 kn. Der unte­re Tisch der Tuschier­pres­se lässt sich mit bis zu 45 000 kg belas­ten. Der Ober­tisch trägt bis zu 20 000 kg. Die Plat­ten­ab­mes­sun­gen lie­gen bei 2500 × 2000 mm. Das lässt sogar noch Raum für Zuwachs bei den Werkzeugdimensionen.

Intui­ti­ve und ein­fa­che Steuerung

Die Tuschier­pres­se Mil­lu­ten­sil MIL 263 lässt sich wie ihre klei­ne Schwes­ter MIL123 sehr intui­tiv per Sie­mens-SPS steu­ern. Die Ein­ga­ben erfol­gen gra­phisch unter­stützt über ein benut­zer­freund­li­ches und über­sicht­li­ches Bedien­feld via Touch-Panel.

Mein Stand­punkt
Part­ner­schaft auf Augen­hö­he
Natür­lich ist Hof­mann ein Kun­de, den man als Maschi­nen­her­stel­ler gern für sich gewinnt. Ein guter Name in der Bran­che, der für Qua­li­tät und Inno­va­ti­on steht. Von daher hören sehr vie­le Zulie­fe­rer auf Anre­gun­gen und Vor­schlä­ge aus die­sem Refe­renz­un­ter­neh­men und set­zen die­se auch um. So auch Mil­lu­ten­sil. Anders sieht das aber oft aus, wenn ein klei­ner Werk­zeug­bau­er anklopft. So man­cher Maschi­nen­her­stel­ler hat da ganz eige­ne Stra­te­gien ent­wi­ckelt, solch „unbe­que­me“ Anfra­gen abzu­wim­meln. Anders bei Mil­lu­ten­sil. Getreu dem Unter­neh­mens­leit­spruch „A Busi­ness with a big Heart“ hat der ita­lie­ni­sche Pres­sen­her­stel­ler ein offe­nes Ohr auch für die Anlie­gen der klei­nen Unter­neh­men. Und das zahlt sich aus. Schließ­lich kommt viel Inno­va­ti­ves gera­de von klei­nen Betrie­ben in der Bran­che. Kein Wun­der also, dass heu­te in den renom­mier­ten Werk­zeug- und For­men­bau­un­ter­neh­men fast aus­schließ­lich die inno­va­ti­ven Tuschier­pres­sen von Mil­lu­ten­sil ste­hen. Herz zei­gen zahlt sich eben aus.             
Richard Perg­ler

Auch sonst sind die Pres­sen auf Ergo­no­mie getrimmt: So kann bei­spiels­wei­se die Werk­zeug­hälf­te am Ober­tisch aus der Pres­se her­aus­ge­schwenkt und in einer für den Mit­ar­bei­ter ange­neh­men Posi­ti­on abge­legt wer­den. So las­sen sich Arbei­ten in einer natür­li­chen Kör­per­hal­tung und ohne Anstren­gung ausführen.

Ergo­no­mi­sche Arbeitsweise

Der Unter­tisch, in den der Dreh­tel­ler inte­griert ist, lässt sich zudem kom­plett aus der Pres­se her­aus­fah­ren. Damit kann auch die­se Werk­zeug­hälf­te opti­mal bear­bei­tet wer­den. Gera­de, wenn feins­te Kor­rek­tu­ren im µm-Bereich manu­ell aus­zu­füh­ren sind, ein gro­ßer Vor­teil. Zudem kann so die Bela­dung hin­der­nis­frei auch per Kran erfol­gen – gera­de bei gro­ßen Werk­zeu­gen gibt es zur Bela­dung per Hal­len­kran auch kei­ne auch nur annä­hernd so siche­re Alternative.

Das kleinste Modell der MIL-Baureihe ist die MIL123. Der untere Tisch dieser Millutensil-Tuschierpresse fasst Werkzeuge bis zu 7500 kg. Der Obertisch trägt bis zu 3500 kg. Die Plattenabmessungen liegen hier beim Tuschieren bei 1200 × 1000 mm. - Bild: Pergler Media
Das kleins­te Modell der MIL-Bau­rei­he ist die MIL123. Der unte­re Tisch die­ser Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­se fasst Werk­zeu­ge bis zu 7500 kg. Der Ober­tisch trägt bis zu 3500 kg. Die Plat­ten­ab­mes­sun­gen lie­gen hier beim Tuschie­ren bei 1200 × 1000 mm. – Bild: Perg­ler Media

Auch die klei­ne Mil­lu­ten­sil MIL 123 ver­fügt über alle sicher­heits­tech­ni­schen Fea­tures und das ein­fa­che, intui­ti­ve Bedien­kon­zept der gro­ßen Schwes­ter. Aller­dings sind die Werk­zeug­di­men­sio­nen hier deut­lich klei­ner: Der unte­re Tisch die­ser Mil­lu­ten­sil-Tuschier­pres­se fasst Werk­zeu­ge bis zu 7500 kg. Der Ober­tisch trägt bis zu 3500 kg. Und die Plat­ten­ab­mes­sun­gen lie­gen hier bei „nur“ 1200 × 1000 mm. Mit den bei­den pres­sen deckt Hof­mann sein sehr breit dimen­sio­nier­tes Werk­zeugspek­trum sehr gut ab.

Tuschie­ren als wich­ti­ger Wettbewerbsfaktor

„Alles in allem haben wir erreicht, dass wir unse­re kom­ple­xen For­men, gera­de auch die in Mehr­kom­po­nen­ten­tech­nik, jetzt schnell, umfas­send und sicher reif für ihren Pro­duk­ti­ons­ein­satz machen kön­nen“, zieht Bül­ling sein Fazit. „Die bei­den Mil­lu­ten­sil-Pres­sen sind unser Garant dafür, dass die Werk­zeu­ge aus­ge­reift, pro­duk­ti­ons­fer­tig und ohne über­flüs­si­ge Kor­rek­tur­schlei­fen auf die Spritz­gieß­ma­schi­ne kom­men. Die MIL 123 und die MIL 263 sind so zu wich­ti­gen Fak­to­ren in unse­rem Kon­zept für Qua­li­tät ‚Made by Hof­mann‘ geworden.“ 

Richard Perg­ler


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