VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al: Road of Too­ling-Inno­va­ti­on II

VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al: Road of Too­ling-Inno­va­ti­on II

Ursprüng­lich war die „Road of Too­ling Inno­va­ti­on“ als eines der High­lights der Moul­ding Expo 2021 geplant. Hier woll­ten nam­haf­te Unter­neh­men der Bran­che auf der Flä­che einer Son­der­schau Sta­te-of-the-Art-Pro­duk­ti­ons­kon­zep­te in Akti­on zei­gen. Das attrak­ti­ve Aus­stel­lungs­kon­zept kann auf­grund des dies­jäh­ri­gen pan­de­mie­be­ding­ten Aus­falls der Moul­ding Expo als Prä­senz­mes­se nun zwar erst 2023 umge­setzt wer­den. Eini­ge der inter­es­san­tes­ten Kon­zep­te wer­den jedoch bereits bei den „VDWF-The­men­ta­ge-Spe­zi­al: Road of Too­ling Inno­va­ti­on“ prä­sen­tiert. Dabei stel­len inno­va­ti­ve Werk­zeug­ma­cher und dar­über hin­aus auch leis­tungs­star­ke Her­stel­ler von Spritz­gieß­ma­schi­nen und Peri­phe­rie­ge­rä­ten eini­ge ihrer Koope­ra­tio­nen vor. Sind sie schon als Teil­neh­mer regis­triert? Mel­den Sie sich doch gleich hier an!

Das Konzept der „Road of Tooling Innovation“: Hier zeigen Werkzeugmacher gemeinsam mit Herstellern von Spritzgießmaschinen, Peripherie und Werkstoffen barrierefrei und ohne Standgrenzen, wie State-of-the-Art-Produktionskonzepte aussehen können. Die Sonderschau, die eine der Attraktionen der Moulding Expo 2021 sein sollte, hat ihre virtuelle Heimat in den VDWF-Thementagen gefunden. Die K-ZEITUNG unterstützt die Innovatoren als Medienpartner. - Bild: Moulding Expo
Das Kon­zept der „Road of Too­ling Inno­va­ti­on“: Hier zei­gen Werk­zeug­ma­cher gemein­sam mit Her­stel­lern von Spritz­gieß­ma­schi­nen, Peri­phe­rie und Werk­stof­fen bar­rie­re­frei und ohne Stand­gren­zen, wie Sta­te-of-the-Art-Pro­duk­ti­ons­kon­zep­te aus­se­hen kön­nen. Die Son­der­schau, die eine der Attrak­tio­nen der Moul­ding Expo 2021 sein soll­te, hat ihre vir­tu­el­le Hei­mat in den VDWF-The­men­ta­gen gefun­den. Das Maga­zin „Kunst­stof­fe“ unter­stützt die Inno­va­to­ren bei die­sem The­men­tag als Medi­en­part­ner. – Bild: Moul­ding Expo

Der zwei­te der VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al schickt am Mitt­woch, den 27. Okto­ber, gleich drei inter­es­san­te Inno­vati­nos­pro­jek­te aus dem Bereich des Werk­zeug- und For­men­baus ins Ren­nen. Im ers­ten Pro­jekt stel­len der Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler Engel, der Mate­ri­al­spe­zia­list Borea­lis und Heiß­ka­nal­her­stel­ler Oer­li­kon HRS­flow den tra­di­tio­nel­len sequen­ti­el­len Work­flow im Werk­zeug- und For­men­bau auf den Kopf. Schließ­lich will man in der indus­tri­el­len Pro­duk­ti­on bereits vor dem Beginn wis­sen, was hin­ter­her herauskommt. 

VDWF-The­men­ta­ge-Spe­zi­al zeigt Bedeu­tung akku­ra­ter Simulation

Mit Simu­la­tio­nen kön­nen die Exper­ten immer prä­zi­ser und zudem auch für immer mehr Ver­fah­ren zutref­fend vor­aus­sa­gen, wie Pro­zes­se ver­lau­fen wer­den. Auch für Schmelz­pro­zes­se im Spritz­guss gibt es inzwi­schen sehr vali­de Tools. Ziel der drei Unter­neh­men ist, mit Vor­her­sa­gen zum Ablauf eines Spritz­gieß­vor­gangs mög­lichst nah an die spä­te­re Rea­li­tät zu gelan­gen. Denn so kön­nen die Ver­ant­wort­li­chen die Pro­zes­se opti­mal einstellen.

Kern des Pro­jekts sind ein kom­ple­xes Drei­fach-Fami­li­en­werk­zeug, spe­zi­fi­sche Mate­ri­al­kenn­wer­te, Maschi­nen-Daten und Simu­la­ti­ons-Know­how. Von Borea­lis kommt das Test-Mate­ri­al mit sei­nen spe­zi­fi­schen phy­si­ka­li­schen, che­mi­schen und ther­mo­dy­na­mi­schen Eigen­schaf­ten. Oer­li­kon HRS­flow zeich­net ver­ant­wort­lich für das Werk­zeug mit einem Heiß­ka­nal­sys­tem sowie die Simu­la­ti­ons­soft­ware. Und Maschi­nen­her­stel­ler Engel bringt eine hydrau­li­sche Spritz­ein­heit mit Tem­pe­ra­tur­kon­trol­le und ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen für die Simu­la­ti­on ins Pro­jekt ein. 

Gemein­sa­me Platt­form ver­kürzt Time-to-Market

Ein Laut­spre­cher­git­ter mit feins­ten Struk­tu­ren ist das Mus­ter­teil – ein anspruchs­vol­ler Grad­mes­ser. Dabei haben die Pro­zess­be­tei­lig­ten auf den Mil­li­me­ter genau die Simu­la­ti­on getrof­fen. Ein Ver­gleich nach der Ver­mes­sung des Bau­teils ergab gera­de ein­mal 0,04 Pro­zent Abwei­chung zur vor­her­ge­sag­ten Geo­me­trie. Eine essen­zi­el­le Erkennt­nis aus die­sem Pro­jekt ist, dass die Anwen­der Opti­mie­rungs­schlei­fen deut­lich redu­zie­ren kön­nen, wenn alle Pro­jekt­be­tei­lig­ten auf der glei­chen Platt­form arbei­ten. Denn so brin­gen die Anwen­der Ergeb­nis­se viel schnel­ler zum Punkt, kön­nen Kos­ten ein­spa­ren und die Time-to-Mar­ket verkürzen.

Im Fokus eines wei­te­ren Pro­jekt unter Feder­füh­rung von Decker­form steht das The­ma Nach­hal­tig­keit. Hier kann ein Pro­zess punk­ten, der unver­dien­ter­wei­se schon etwas in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist: das Spritz­schäu­men. Bei die­sem Ver­fah­ren kann der Anwen­der unter ande­rem auch nach­wach­sen­de Roh­stof­fe nut­zen oder Rezy­kla­te wie­der­ver­wer­ten, ohne Nach­tei­le bei Ober­flä­chen­qua­li­tät in Kauf neh­men zu müssen.

Die Oberfläche der im Rahmen der VDWF-Thementage Spezial: Road of Tooling Innovation gezeigten Gießkanne ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gestaltet. Sie ist daher bewusst nicht in Klavierlackoptik gehalten. Sie zeigt vielmehr die vom Spritzschäumprozess und vom Recyclingmaterial gezeichnete Struktur, deren Schlieren ein ästhetisches Erscheinungsbild zeichnen. Zusätzlich lässt sich das Material auch mit Transferdekorationen von Kurz optisch aufwerten. - Bild: Deckerform
Die Ober­flä­che der im Rah­men der VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al: Road of Too­ling Inno­va­ti­on gezeig­ten Gieß­kan­ne ist unter dem Aspekt der Nach­hal­tig­keit gestal­tet. Sie ist daher bewusst nicht in Kla­vier­lack­op­tik gehal­ten. Sie zeigt viel­mehr die vom Spritz­schäum­pro­zess und vom Recy­cling­ma­te­ri­al gezeich­ne­te Struk­tur, deren Schlie­ren ein ästhe­ti­sches Erschei­nungs­bild zeich­nen. Zusätz­lich lässt sich das Mate­ri­al auch mit Trans­fer­de­ko­ra­tio­nen von Kurz optisch auf­wer­ten. – Bild: Deckerform

Die Kom­bi­na­ti­on aus sol­chen nach­hal­ti­gen Mate­ria­li­en mit dem Ver­fah­ren des Spritz­schäu­mens bie­tet attrak­ti­ve Mög­lich­kei­ten. Die durch­ge­schäum­ten Bau­tei­le punk­ten einer­seits mit ihrer Mate­ri­al- und Gewicht­ein­spa­rung. Dazu kom­men ein hoher Iso­la­ti­ons­wert, eine ver­rin­ger­te Zyklus­zeit und eine sehr gute Maß­hal­tig­keit der Teile.Allerdings war bis­lang oft die Ober­flä­chen­ge­stal­tung von Rezy­kla­ten der Knack­punnkt: Sie war in sehr vie­len Anwen­dungs­fäl­len schlicht nicht gut genug. Mit der von der Leon­hard-Kurz-Stif­tung ein­ge­brach­ten Heiß­prä­ge­de­ko­ra­ti­on kön­nen die Pro­jekt­part­ner hier eine inter­es­san­te Lösung prä­sen­tie­ren. Das gemein­sa­me Pro­jekt zeigt, dass ver­edel­te Ober­flä­chen, attrak­ti­ves Design, Bestän­dig­keit und das Nut­zen nach­hal­ti­ger Mate­ria­li­en gut zu ver­ein­ba­ren sind. 

Nach­hal­tig­keit gro­ßes The­ma im Rah­men der VDWF-The­men­ta­ge Spezial

Denn gera­de Rezy­kla­te mit schwie­ri­ger Ober­flä­chen­be­schaf­fen­heit kann solch eine Deko­ra­ti­ons­lö­sun­gen optisch auf­wer­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus Recy­cling-Kunst­stof­fen und Ober­flä­chen­ver­ede­lung mit­tels Deko­ra­ti­ons­ver­fah­ren ist ein gelun­ge­nes Bei­spiel für einen einen geschlos­se­nen Kreis­lauf im Kunststoffrecycling.

Im Fokus
The­men­ta­ge des VDWF und der Moul­ding Expo
Die The­men­ta­ge waren gebo­ren aus der Not und wur­den auf Anhieb zum vol­len Erfolg. Sie soll­ten die Lücke schlie­ßen, die die Coro­na-Pan­de­mie mit dem Aus­fall von Events wie einer Moul­ding Expo und ande­ren Mes­sen riss. Um Anwen­der und Her­stel­ler, Pro­duk­te und Inter­es­sen­ten zusam­men­zu­brin­gen, rie­fen der VDWF und das Moul­ding-Expo-Team das vir­tu­el­le For­mat der „VDWF-The­men­ta­ge – rund um …“ ins Leben. Auch die Pro­jek­te im Rah­men der „Road of Too­ling Inno­va­ti­on“ bekom­men ihre The­men­ta­ge: Der ers­te der VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al zur Road of Too­ling Inno­va­tion fand am 27. Okto­ber statt, der zwei­te der VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al zur Road of Too­ling Inno­va­ti­on ist am 17. Novem­ber 2021, und der drit­te der VDWF-The­men­ta­ge Spe­zi­al zur Road of Too­ling Inno­va­ti­on ist am 1. Dezem­ber 2021, 

Auch das drit­te an die­sem Tag prä­sen­tier­te Pro­jekt basiert auf der Tech­nik der Foli­en­de­ko­ra­ti­on. Drei Trends prä­gen die­sen Bereich: Deko­rier­te Ober­flä­chen wer­den immer häu­fi­ger nach­ge­fragt. Dar­über hin­aus sol­len die ver­edel­ten Bau­tei­leim­mer häu­fi­ger zusätz­li­che tech­ni­sche Fea­tures erhal­ten. Als drit­ter Aspekt bleibt der Kos­ten­druck auf einem hohen Niveau. 

Alles in einem Arbeitsschritt

In die­sem Pro­jekt haben sich die Unter­neh­men Georg Kauf­mann For­men­bau, Oer­li­kon HRS­flow, Leon­hard Kurz, Poly IC und Witt­mann Bat­ten­feld zusam­men­ge­fun­den. Sie kre­ierten einen Pro­zess der die deko­ra­ti­ve Folie im Spritz­gieß­werk­zeug umformt, außer­dem tief­zieht und damit den vor­ge­la­ger­ten Umform- und Beschnitt­pro­zess kom­plett eli­mi­niert. Die Part­ner kom­bi­nie­ren die­ses Fea­ture im Werk­zeug mit einer Inmould-Wrap­ping-Tech­no­lo­gie. Die­se deko­riert auch die Stirn­kan­ten im hin­ter­schnit­ti­gen Bereich kom­plett mit und beschnei­det sie zudem.

Drei­di­men­sio­nal ver­form­te Sen­so­ren, die ins Werk­zeug ein­ge­legt wer­den, geben sol­chen Bau­tei­len Intel­li­genz. So ent­ste­hen bei­spiels­wei­se hin­ter­spritz­te Bau­tei­le, die auf der Vor­der­sei­te kom­plett deko­riert sind und auf der Rück­sei­te einen Sen­sor tra­gen. Eine Kom­bi­na­ti­on, die im Pro­jekt in 60 s Zyklus­zeit her­ge­stellt wer­den kann. Damit kann der Anwen­der Bau­tei­le für smar­te Kunst­stoff­an­wen­dun­gen etwa in der Auto­mo­bil­in­dus­trie oder Elek­tro­nik in einem Ver­fah­rens­schritt deko­rie­ren, ther­mo­for­men, hin­ter­sprit­zen und stan­zen. Und er kann sie dar­über hin­aus im glei­chen Schritt mit Sen­so­ren ausstatten.


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