VDMA: Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau vor Herausforderungen

VDMA: Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau vor Herausforderungen

Die deut­schen Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau­er kön­nen mit einem Umsatz­plus von 12 Pro­zent zufrie­den auf das Jahr 2021 zurück­bli­cken. Nach Aus­kunft des Fach­ver­ban­des Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen im VDMA ist das ver­gan­ge­ne Jahr zwar kein Rekord­jahr gewor­den. Dafür waren die Impul­se aus dem Auto­mo­bil­sek­tor in den Jah­ren 2018 und 2019 dann doch zu stark. Aber mit dem Auf­trags­ein­gang im Gesamt­jahr 2021 (plus 39 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr) sind die Unter­neh­men mehr als zufrieden.

Aktuell sind die Auftragsbücher der Unternehmen im Kunststoff- und Gummimaschinenbau zwar immer noch gut gefüllt, doch die Lieferkettenproblematik in Folge von Lockdowns und darüber hinaus dem Ukrainekrieg sind für die Unternehmen Herausforderungen, die es schwer machen, Aufträge in Umsatz zu verwandeln. - Bild: Pergler Media
Aktu­ell sind die Auf­trags­bü­cher der Unter­neh­men im Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau zwar immer noch gut gefüllt, doch die Lie­fer­ket­ten­pro­ble­ma­tik in Fol­ge von Lock­downs und dar­über hin­aus dem Ukrai­ne­krieg sind für die Unter­neh­men Her­aus­for­de­run­gen, die es schwer machen, Auf­trä­ge in Umsatz zu ver­wan­deln. – Bild: Perg­ler Media

Aktu­ell sind die Auf­trags­bü­cher der Unter­neh­men zwar immer noch gut gefüllt, doch die Lie­fer­ket­ten­pro­ble­ma­tik in Fol­ge von Lock­downs und dar­über hin­aus dem Ukrai­ne­krieg macht es für die Unter­neh­men immer schwe­rer, die Auf­trä­ge in Umsatz zu ver­wan­deln. Hin­zu kom­men außer­dem die rasant gestie­ge­nen Prei­se für Roh­stof­fe und Energie. 

Zah­len für neue Auf­trä­ge im Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau sind rückläufig

Und schließ­lich ist nach dem klei­nen Zwi­schen­hoch 2021 neben einem Basis­ef­fekt nun noch ein Sät­ti­gungs­ef­fekt ein­ge­tre­ten. Bei­de sor­gen dafür, dass die Zahl neu­er Auf­trä­ge rück­läu­fig ist.

Im Fokus
VDMA Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen
Mehr als 200 Unter­neh­men sind Mit­glied im Fach­ver­band Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen im VDMA. Sie decken mehr als 90 Pro­zent der Bran­chen­pro­duk­ti­on in Deutsch­land ab. Zehn Pro­zent der Mit­glieds­un­ter­neh­men kom­men zudem aus Öster­reich, der Schweiz und Frank­reich. Die deut­schen Mit­glieds­un­ter­neh­men ste­hen für einen Umsatz von 7 Mrd. Euro im Kern­ma­schi­nen­bau und 10 Mrd. Euro inklu­si­ve der Peri­phe­rie­tech­no­lo­gie. Vom Wert her betrach­tet kommt jede vier­te welt­weit her­ge­stell­te Kunst­stoff­ma­schi­ne aus Deutsch­land; die Export­quo­te liegt bei 70 Pro­zent. Vor­sit­zen­der des Fach­ver­bands ist Ulrich Rei­fen­häu­ser, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Rei­fen­häu­ser GmbH & Co KG.

Die Neu­be­stel­lun­gen hän­gen in den ers­ten vier Mona­ten des aktu­el­len Jah­res 17 Pro­zent hin­ter denen aus dem Vor­jah­res­zeit­raum zurück. Das ist laut den Ver­ant­wort­li­chen der Haupt­grund für die vie­len Sor­gen­fal­ten der Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau­er. Die Ver­füg­bar­keit von Zulie­fer­tei­len ist das vor­herr­schen­de The­ma im Maschi­nen­bau. Und das soll sich zudem laut Umfra­gen in den nächs­ten Mona­ten erst noch ein­mal wei­ter ver­schär­fend, bevor dann mit einer Ent­span­nung zu rech­nen ist. Die Unsi­cher­heit auf dem Welt­markt in Fol­ge des Ukrai­ne­krie­ges kommt hin­zu. Aus die­sem Grund hat der Fach­ver­band kürz­lich zdu­em sei­ne Umsatz­pro­gno­se von 5 bis 10 Pro­zent für das Jahr 2022 ange­passt und erwar­tet nun eine Seit­wärts­be­we­gung, oder im bes­ten Fall ein klei­nes Plus in Höhe von maxi­mal 2 Prozent.

Zu den Her­aus­for­de­run­gen zählt auch die Kreislaufwirtschaft

Die Kreis­lauf­wirt­schaft ist neben Kli­ma­schutz und Digi­ta­li­sie­rung eines der Leit­the­men der K 2022. Wenn der Kreis­lauf Kunst­stoff erfolg­reich sein soll, braucht es recy­cling­fä­hi­ge Pro­duk­te, aber auch leis­tungs­fä­hi­ge Maschi­nen und Anla­gen, die aus Kunst­stoff­ab­fäl­len Rezy­kla­te mit guter Qua­li­tät machen und die die Rezy­kla­te dann zu neu­en, hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten ver­ar­bei­ten können.

Extruder und Spritzgießmaschinen machen nach wie vor den Löwenanteil der Produktion aus. Der Markt im Kunststoff- und Gummimaschinenbau hält derzeit viele Herausforderungen bereit, ist aber nicht ohne Chancen. - Bild: VDMA
Extru­der und Spritz­gieß­ma­schi­nen machen nach wie vor den Löwen­an­teil der Pro­duk­ti­on aus. Der Markt im Kunst­stoff- und Gum­mi­ma­schi­nen­bau­hält der­zeit vie­le Her­aus­for­de­run­gen bereit, ist aber nicht ohne Chan­cen. – Bild: VDMA

Im VDMA Cir­cu­lar Eco­no­my Forum auf dem Frei­ge­län­de der K 2022 kön­nen die Mes­se­be­su­cher sehen, wie Kreis­lauf­wirt­schaft in der Kunst­stoff­in­dus­trie prak­tisch funk­tio­niert. In zehn Pavil­lons zei­gen der VDMA und sei­ne Mit­glie­der – Her­stel­ler von Kunst­stoff­ma­schi­nen und Anla­gen – gemein­sam mit ihren Part­nern die Tech­no­lo­gien, mit denen sie den Kreis­lauf Kunst­stoff erst mög­lich machen. Es geht hier um die Auf­be­rei­tung von Kunst­stoff­ab­fäl­len genau­so wie um die Her­stel­lung von Regra­nu­lat, das dann wie­der zu neu­en Pro­duk­ten ver­ar­bei­tet wird. Die Digi­ta­li­sie­rung der Pro­zes­se spielt dabei eine wich­ti­ge Rolle.

K‑Messe stellt Her­aus­for­de­run­gen um Kreis­lauf­wirt­schaft in den Fokus

Im Zen­trum des Forums steht der VDMA Dome. Er ist wie­der die Begeg­nungs­stät­te für alle, die mehr über Kreis­lauf­wirt­schaft in der Kunst­stoff­welt wis­sen möch­ten. Die Instal­la­ti­on „Die Maschi­ne“ gibt einen Über­blick über die ein­zel­nen Pro­zess­schrit­te des Kreis­laufs. Hier prä­sen­tie­ren 40 Unter­neh­men per Video-Clip ihre High­lights zur Kreis­lauf­wirt­schaft und wo sie auf der Mes­se zu fin­den sind. Die beglei­ten­de Aus­stel­lung zeigt, was auf den Maschi­nen her­ge­stellt wird: span­nen­de Kunst­stoff­pro­duk­te aus Rezyklat.


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