Arburg: Sau­be­re Tren­nung als Basis für Kreis­lauf­wirt­schaft bei Kunststoff

Arburg: Sau­be­re Tren­nung als Basis für Kreis­lauf­wirt­schaft bei Kunststoff

Der Loß­bur­ger Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler enga­giert sich mit sei­nem Pro­gramm arburg­Green­world für Kreis­lauf­wirt­schaft und zudem für einen acht­sa­men Umgang mit Res­sour­cen. Zusam­men mit renom­mier­ten Part­nern arbei­ten Ver­ant­wort­li­che des Unter­neh­mens unter ande­rem an inno­va­ti­ven Techno­logien für eine geschlos­se­ne Kreis­lauf­wirt­schaft. Ein Pro­jekt aus die­sem Bereich ist etwa „HolyGrail2.0“. Dabei geht es um sor­ten­rei­nes Sor­tie­ren von Kunststoff­verpackungen mit Hil­fe von digi­ta­len Was­ser­zei­chen. Das Pro­jekt trei­ben die Pro­jekt­part­ner seit Sep­tem­ber 2020 unter der Schirm­herr­schaft des Euro­päi­schen Mar­ken­ver­bands AIM vor­an. Dabei ist Arburg der ein­zi­ge Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler unter den mehr als 85 Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen, die sich ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te für das Pro­jekt engagieren..

Smarte Spritzgießmaschinen wie diese Allrounder von Arburg können auch Rezyklate in schwankenden Qualitäten verarbeiten. Etwa solche IML-Becher mit digitalem Wasserzeichen, die auf einem Allrounder 820 H in Packaging-Ausführung produziert wurden. - Bild: Arburg
Smar­te Spritz­gieß­ma­schi­nen wie die­se All­roun­der von Arburg kön­nen auch Rezy­kla­te in schwan­ken­den Qua­li­tä­ten ver­ar­bei­ten. Etwa sol­che IML-Becher mit digi­ta­lem Was­ser­zei­chen, die auf einem All­roun­der 820 H in Pack­a­ging-Aus­füh­rung pro­du­ziert wur­den. – Bild: Arburg

Am Bei­spiel von IML-Bechern aus Mono­ma­te­ri­al konn­ten die Pro­jekt­be­tei­lig­ten bereits in der Pilot­pha­se des Pro­jekts zur Kreis­lauf­wirt­schaft nach­wei­sen, wie gut die Tech­no­lo­gie mit digi­ta­len Was­ser­zei­chen funk­tio­nie­ren kann. In der aktu­el­len Pha­se geht es jetzt außer­dem dar­um, das Pro­jekt euro­pa­weit aus­zu­bau­en. Ziel ist, Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen auch im gro­ßen Maß­stab sor­ten­rein zu tren­nen und sie dann ‚smart‘ und außer­dem auch betriebs­wirt­schaft­lich attrak­tiv zu recyceln.

Intel­li­gen­te Kreis­lauf­wirt­schaft setzt auf digi­ta­le Wasserzeichen

Wenn ein Recy­cling für eine Kreis­lauf­wirt­schaft effi­zi­ent und außer­dem qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig sein soll, müs­sen Kunst­stoff­ab­fäl­le sinn­voll gesam­melt und opti­mal sor­tiert wer­den. Außer­dem muss so ein Pro­jekt alle indus­tri­el­len Pro­zes­se des Wertstoff­kreislaufs digi­ta­li­sie­ren und mit­ein­an­der ver­knüp­fen. Und an die­ser Stel­le wol­len der Spritz­gieß­ma­schi­nen­her­stel­ler und die ande­ren Pro­jekt­be­tei­lig­ten ihre HolyGrail2.0‑Initiative für digi­ta­le Was­ser­zei­chen ins Spiel bringen.

Im Fokus
Euro­pa­wei­tes Pro­jekt zur Kreis­lauf­wirt­schaft bei Kunst­stoff
Das euro­pa­wei­te Pro­jekt hat im Sep­tem­ber 2020 begon­nen und soll im Som­mer 2022 abge­schlos­sen sein. Arburg ist in ver­schie­de­nen Arbeits­krei­sen invol­viert. Nach der Ent­wick­lung eines geeig­ne­ten Verpackungs­konzepts ist für das Früh­jahr 2021 außer­dem geplant, mit der Test­pha­se unter indus­tri­el­len Bedin­gun­gen zu star­ten. Nicht zuletzt damit auch die aktu­el­le EU-Gesetz­ge­bung in die Pro­jek­te ein­fließt, koor­di­niert zudem der Ver­band AIM mit Sitz in Brüs­sel die Akti­vi­tä­ten. Bis zum Jahr 2030 sol­len laut aktu­el­ler EU-Geset­zes­la­ge euro­pa­weit alle Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen wie­der­ver­wend­bar, leicht recy­cel­bar oder kom­pos­tier­bar sein. Dabei soll außer­dem die Wie­der­ver­wer­tungs- und Recy­cling­quo­te bei min­des­tens 60 Pro­zent liegen.

Für den Kon­su­men­ten sind die digi­ta­len Was­ser­zei­chen unsicht­bar. Dazu wer­den etwa brief­mar­ken­gro­ße Kodie­run­gen direkt auf der Ober­flä­che oder auf dem zuge­hö­ri­gen Label ein­ge­bracht. Mikro­to­po­lo­gi­sche Varia­tio­nen im Trä­ger­ma­te­ri­al bil­den ein Kachel­mus­ter, aus dem zudem in der viel­fa­chen Wie­der­ho­lung eine mosa­ik­ar­ti­ge Gra­fik ent­steht. Damit bekommt das Pro­dukt qua­si einen „digi­ta­len Pass“ für die Kreislaufwirtschaft. 

Ein klei­nes Bruch­stück genügt

Und davon reicht, ähn­lich wie bei eine Holo­gramm, ein Bruch­stück aus, um bei­spiels­wei­se Anga­ben zu Her­stel­ler, ver­ar­bei­te­ten Mate­ria­li­en oder der Ein­tei­lung in lebens­mit­tel­taug­lich oder eben nicht wei­ter­zu­ge­ben. Leis­tungs­fä­hi­ge hoch­auf­lö­sen­de Kame­ras in Sor­tier­an­la­gen kön­nen die­se Infor­ma­tio­nen aus­le­sen. Außer­dem kön­nen auch Super­markt­kas­sen Ver­brau­cher über Scan­ner oder per App mit mobi­len End­ge­rä­ten auf die­se Infor­ma­tio­nen zugrei­fen. Damit kann jeder über die gesam­te Lebens­dau­er eines Pro­dukts Infor­ma­tio­nen etwa zur Ver­füg­bar­keit, Ver­wen­dung und zudem zur Ent­sor­gung abrufen.

So geht Kreislaufwirtschaft bei Kunststoff: Produkte aus einem einzigen Werkstoff, etwa aus PP, lassen sich dank digitaler Wasserzeichen sortenrein sammeln und getrennt als reines Rezyklat in den Kreislauf zurückführen. - Bild: Arburg
So geht Kreis­lauf­wirt­schaft bei Kunst­stoff: Pro­duk­te aus einem ein­zi­gen Werk­stoff, etwa aus PP, las­sen sich dank digi­ta­ler Was­ser­zei­chen sor­ten­rein sam­meln und getrennt als rei­nes Rezy­klat in den Kreis­lauf zurück­füh­ren. – Bild: Arburg

Die Tech­no­lo­gie der digi­ta­len Was­ser­zei­chen ist für Arburg kein Neu­land. Schon in der Pilot­pha­se des Pro­jekts Holy­G­rail konn­te ein hybri­der All­roun­der 820 H in Pack­a­ging-Aus­füh­rung in einem Werk­zeug mit zwei Kavi­tä­ten IML-Becher aus bio­ba­sier­tem PP pro­du­zie­ren. Und zwar in einer Zyklus­zeit von 5,8 s. Dabei wur­den die ver­wen­de­ten PP-Labels mit den Was­ser­zei­chen, die der Pro­jekt­part­ner Ver­strae­te bei­steu­er­te, von einer IML-Auto­ma­ti­on in der Form plat­ziert. Gleich­zei­tig ent­nahm die­ses Sys­tem auch die Fer­tig­tei­le. Aus den Was­ser­zei­chen lie­ßen sich Inhal­te zur Mono­ma­te­ri­al-Ver­pa­ckung, aber auch zur Ver­wen­dung und außer­dem zur Ent­sor­gung der Becher abfragen.

All­roun­der sind auch für Recy­cla­te geeignet

All­roun­der-Spritz­gieß­ma­schi­nen eig­nen sich auch für die Ver­ar­bei­tung von Rezy­kla­ten aus Haus­halts­ab­fäl­len (PCR) oder aus der Indus­trie (PIR). Wenn es jetzt außer­dem mög­lich wird, die in den Abfäl­len ent­hal­te­nen Kunst­stof­fe pro­zess­si­cher und zudem sor­ten­rein zu sam­meln, las­sen sich die­se sinn­voll in einer Kreis­lauf­wirt­schaft wiederverwerten.


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